...toki hotel...
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Story von Vivi!!
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Der Sommerwind wehte mir um die Ohren, ließ meinen Rock im Wind flattern. Das Meer rauschte und die Sonne ging allmählich unter. Verträumt ließ ich mich in den Sand fallen, sah den Wellen des Meeres zu und lauschte den wenigen Touristen die noch hier versammelt waren. Es war ein wenig wie im Paradies- jedenfalls für die Leute die hier Urlaub machten. Für mich war es hier aber wie in einem Gefängnis. Mallorca- das Urlaubsziel vieler Menschen und eine Partyinsel schlechthin. Nur für mich nicht… Ich lebte hier. Tag und Nacht verbrachte ich hier. Viele mögen denken das wäre ein Traum aber so ist es nicht- nicht für mich! Ich lebte nicht gerne hier. Das lag wohl daran da ich fast täglichen meinen Eltern helfen musste. Sie betrieben ein schönes Hotel und wollten dass ich es später leite. Nein das war aber nicht meine Welt. Ich wollte nicht Hotelbesitzerin werden sondern wollte die Welt erkunden. Raus aus dieser Insel und etwas erleben. Ich wollte studieren und dann Lehrerin werden. Ja das war mein Traum! Aber meine Eltern hielten nicht viel von meinem Traum, sie wollten dass ich das machte was sie machten und schon ganz viele andere davor. Hotelbesitzerin! Nein das wollte ich nicht- niemals! Leider schien mir dies aber nicht erspart zu bleiben und so genoss ich meinen heutigen Feierabend am Strand beim Sonnenuntergang. Momentan hatte ich Ferien und meine Eltern wollten natürlich dann gleich dass ich aushalf. Jeden Tag musste ich irgendetwas im Hotel machen. Es nervte mich jetzt schon! Dabei waren gerade mal zwei Ferientage vorbei… Gedankenversunken starrte ich die Wellen an, spürte die Meeresbrise in meinem Haar und wünschte mich an einen anderen Ort. Meinetwegen auch Alaska. Diese heißen Sommer hier brauchte ich nicht unbedingt deswegen wollte ich auch unbedingt im Ausland studieren. Gelächter wehte herüber und ich sah vier Jungs den Strand entlang gehen. Sie waren knapp zwanzig Meter von mir entfernt und wegen der untergehenden Sonne warfen sie lange Schatten. Lächelnd sah ich zu ihnen herüber….Denen schien es gut zu gehen. Sie mussten nicht tagtäglich Arbeit verrichten sondern hatten einfach ihren Spaß. Ob es Spanier waren? Oder doch eher Touristen? Ich zerbrach mir nicht weiter den Kopf darüber und ließ mich nun vollkommen in den Sand fallen. Mein Kopf war gut darin gebettet und ich schloss die Augen, konzentrierte mich voll und ganz auf das Rauschen des Meeres. Vermutlich wäre ich eingedöst wenn mich nicht auf einmal etwas Hartes und rundes am Kopf getroffen hätte. Erschrocken fuhr ich hoch und hielt mir die schmerzende Stirn. Man konnte man nicht einmal mehr hier seine Ruhe haben? Dort wo mein Kopf eben noch gelegen hatte, lag nun ein kleiner Fußball. Aha der Ball hatte mich also getroffen gehabt. Ich ließ meinen Blick über den Strand wandern und hielt Ausschau nach den Übeltätern! Da sah ich aber schon eine große, dünne Person auf mich zukommen. „Hey! Sorry…“, murmelte diese und ich erkannte die Stimme eines Kerls. Er kam noch näher und hob dann den Ball auf. Ich beobachtete ihn dabei. Schnell musste ich einsehen dass er wirklich nicht schlecht aussah. Groß, schwarze Haare die ihm bis knapp zu den Schultern gingen und braune Augen in denen man versinken konnte. Er bemerkte dass ich ihn beobachtete und sah schnell zu Boden. Seinen Blick spürte ich über meinen ganzen Körper laufen, er schien mich zu mustern…Oh man das löste eine ganz schöne Gänsehaut aus- im positiven Sinne. „Noch mal sorry…“, sagte er. Ich sah auf und lächelte sachte, das wurde von ihm ebenso erwidert. Im Hintergrund sah ich drei andere Personen näher kommen. Ach das waren bestimmt die von vorhin. Auch die begutachtete ich vorsichtig, da es inzwischen aber fast dunkel war und nur die Straßenlaternen Licht spendeten erkannte ich nur das einer von denen eine Cap trug, der andere längere Haare und der dritte Dreadlocks hatte. Hmm… irgendwie sahen die echt cool aus. Jeder sah so anders aus. Dieser Typ mit den schwarzen Haaren sah mich immer noch an. Öh wo war noch mal der Knopf zum Sprechen? In meinem Kopf ratterten die unmöglichsten Fragen und gerade als mir etwas einfiel was ich sagen konnte zupfte mir jemand am T-Shirt. Ich sah nach links, direkt in das Gesicht meines kleinen Bruders Pablo. „Graciana! ¿Usted viene? (Graciana kommst du?)“, fragte er. „Sí momento! (Ja moment!)“, flüsterte ich. Pablo nickte und blieb artig neben mir stehen. Auch ich erhob mich nun, lächelte noch einmal kurz und sagte dann zu den vieren: „Adiós! (Bye!)“ Dann folgte ich Pablo, nahm ihn an die Hand und spürte die Blicke in meinem Nacken als mir diese Jungs hinterher sahen.

„Graciana, el levantarse! (Graciana, aufstehen!)“ Jemand rüttelte an meiner Schulter und ich zog mir müde die Decke über den Kopf. Kurzes Lachen vernahm ich und dann wurde mir die Decke auch schon weggezogen. „¿éste qué mierdas? (Was soll die scheiße?)“, nölte ich und rieb mir verschlafen die Augen. Pablo stand lächelnd vor mir, in der einen Hand meine Decke und in der anderen Hand ein Glas zu trinken. „¡Para usted! (Für dich!)“, lächelte er und hielt mir das Glas entgegen. Dankend nahm ich an und trank einen Schluck. Es war Mineralwasser! Jeden Morgen nach dem Aufstehen trank ich ein Glas, erst danach war ich fit genug um mich fertig zu machen für den Tag. Ich wusste das heute wieder ein anstrengender Tag werden würde, es würden neue Gäste kommen was für mich wohl hieß Betten beziehen und die Gäste zu empfangen. Schon jetzt hatte ich keine Lust mehr und ich dachte wieder an meinen Traum. Irgendwann würde der sich schon erfüllen und ich würde irgendwo im Ausland studieren und Lehrerin werden. Aber na ja bis es soweit ist muss ich wohl dieses Leben leben. Immer noch etwas müde verlasse ich das Bett, strecke mich und fuhr mit der Hand über den Kopf meines Bruders. Ah Pablo war schon ein süßer Fratz. Mit seinen acht Jahren war er schon richtig aufgeweckt und stellte viel Unsinn an- dafür liebte ich ihn. „¡Le dirá esto de la mama que usted se apresurará un pedacito! (Soll dir von Mama sagen das du dich ein bisschen beeilen sollst!)“, lächelte Pablo, nahm mir mein Glas aus der Hand und tapste zur Tür. Kurz bevor er das Zimmer verließ rief ich ihm noch etwas hinterher: „Digo esto a su cantidad... inmediatamente. (Sag ihr das ich gleich komme.)“ Pablo nickte und verließ dann endgültig mein Zimmer. Ich seufzte und fuhr mir durch meine langen braunen Haare. Dann ging ich ins Bad und stellte mich erstmal unter die Dusche. Während das warme Wasser auf mich herab prasselte dachte ich wieder an diesen Typen von gestern. Er sah so gut aus und ich hatte ein richtiges Kribbeln im Bauch gehabt…Nannte man so etwas Liebe auf den ersten Blick? Richtig verliebt war ich noch nie- dafür fehlte mir die Zeit! Aber dieses Gefühl was ich fühlte wenn ich an diese braunen Augen dachte war mir vollkommen unbekannt dennoch war es ein gutes Gefühl. Lächelnd zog ich mir einen ausgefransten Jeansmini an und dazu ein schwarzes Top. Dann föhnte ich meine Haare und glättete sie ein wenig. Ich hatte immer ganz leichte Locken die immer erst super fielen wenn ich einmal mit dem Glätteisen drüber gegangen war. „Lolita Locken!“, sagte mein Vater immer. Na ich fand das nicht unbedingt… Meine Haare sahen eher ein bisschen aus wie die von Shakira- das behauptete jedenfalls meine beste Freundin Francisca. Nachdem ich mit meinen Haaren zufrieden war schminkte ich mich und schlüpfte dann in meine Flip Flops. Ich ging hinaus und die Treppe herunter. Im Wohnzimmer fand ich Pablo und meinen anderen Bruder Diego vor. Diego war knapp ein Jahr jünger als ich. „¡Buonas díaz! (Guten Morgen!)“, wünschte ich den beiden. Sie sahen vom Fernseher auf und lächelten mich nur kurz an. Ich ging in die Küche und fand niemanden vor. Nur ein gedeckter Tisch mit frischen Brötchen war vorzufinden. „¿Diego? ¿Van a la mama ya? (Diego? Ist Mama schon weg?)“, rief ich hinüber ins Wohnzimmer. „¡Sí! ¡Le diré esto que usted despejará la tabla y después que irá al hotel, si usted es listo! (Ja! Ich soll dir sagen, wenn du fertig bist, das du den Tisch abdecken sollst und dann ins Hotel gehen sollst!)“, bekam ich von ihm die Antwort. Ich stöhnte genervt auf, verdrehte die Augen und fing an zu Frühstücken. Das war typisch dass ich alles wieder erledigen musste! Das war immer so und würde wohl auch immer so bleiben. Nach dem Frühstück räumte ich den Tisch schnell ab, schnappte mir dann meine Tasche, drückte Pablo einen Kuss auf die Wange, verabschiedete mich von Diego und ging dann nach draußen. Die Sonne knallte mir entgegen und ich setzte meine Sonnenbrille auf. Bis zum Hotel waren es knapp zwei Kilometer. Die ging ich zu Fuß… Unterwegs dachte ich wieder an den Jungen von gestern- er ging mir nicht aus dem Kopf! Der Weg heute kam mir um einiges kürzer vor als sonst… Als ich das Hotel betrat lief ich Henriqua in die Arme. Sie war meist hinter der Rezeption zuständig und empfing die neuen Gäste! Auch dies gehörte mit zu meinen Aufgaben! „¡Buonas díaz! (Guten Morgen!)“, wünschte ich ihr. Henriqua lächelte: „¡Usted también! (Dir auch!)“ Ich ging weiter und machte mich auf den Weg zu meinen Eltern. Entweder liefen sie durch die Anlage oder saßen in ihren Büros. Nach einer halben Stunde wurde ich fündig und traf meinen Dad. Er unterhielt sich mit einem Gast. So wartete ich etwas abseits bis die beiden fertig waren und ging dann hinüber zu meinen Vater. „¡Ah querido de la buena mañana! (Ah guten Morgen Liebling!)“, sagte er und küsste mich auf die Stirn. „¡Papá de la buena mañana! (Guten Morgen Papa!)“, erwiderte ich und lächelte, „¿Qué hacer hoy? (Was soll ich heute machen?)“ Höflichkeit ging in unserer Familie vor so fragte ich auch immer lieb nach was anlag. Auch wenn es mir nicht passte das ich nicht so sein konnte wie ich wollte- anders war ich es nicht gewöhnt! „¡Usted sabe que sería querido al querido si usted ayudaría en la animación hoy! ¡Podríamos utilizar cada ayuda allí Adriano somos hoy enfermos! (Weißt du Schätzchen es wär lieb wenn du heute bei der Animation mithelfen würdest! Wir könnten heute jede Hilfe gebrauchen da Adriano krank ist!)“, lächelte mein Vater. Gehorsam nickte ich und brachte dann meine Tasche hinter die Rezeption, wo sie immer stand. Danach suchte ich Domingo auf. Er war neben Adriano ein weiterer Animateur und war derjenige der alle Aktionen plante. Am Pool fand ich ihn und sprach ihn darauf an was ich zu tun hatte. Domingo lächelte und freute sich über meine Hilfe. Dann erklärte er mir den heutigen Plan: „Wassergymnastique es oh anunciado hoy. ¡Usted debe hacer esto primero! Después de que este tiempo del niño de dos horas entonces esté en hacemos juegos con los niños... ¡Qué viene después de que entonces todavía le informe! (Oh heute ist Wassergymnastique angesagt. Das müsstest du als erstes machen! Danach ist dann zwei Stunden Kinderzeit in der wir Spiele mit den Kindern machen... Was danach kommt werde ich dir dann noch mitteilen!)“ Nickend machte ich mich dann ans Werk. Zog mir das grüne T-Shirt an welches jeder Animateur trug und dazu eine weite Männerbadehose. Sie sah an mir aus wie eine normale kurze Hose. Die hatte ich mir mal gekauft da ich schon öfters mal an der Animation beteiligt wurde. Schließlich ging ich zum Pool wo schon einige Leute drin herum planschten. Das Hotel von uns war kein Jugendhotel sondern ein 4 Sterne Hotel was auch dementsprechenden Luxus bietet. Die meisten Besucher waren über dreißig oder unter zehn. Nur selten waren auch mal Leute in meinem Alter dabei. Vor kurzem war ich sechzehn geworden…Aber na ja- die Arbeit stand an! So rief ich die Leute am Pool zusammen und los ging es mit der Wassergymnastique. Persönlich fand ich die schwachsinnig aber was tut man nicht alles um seine Eltern zufrieden zu stellen?

Erschöpft saß ich auf einem der zwei Stühle hinter der Rezeption. Eben hatte ich mich umgezogen und ein anstrengender Tag als Animateurin lag hinter mir. Henriqua kam hinzu, lächelte freundlich und sagte dann: „¡Usted entonces puede hacer parar tiempo Graciana! (Du kannst für heute Feierabend machen Graciana!)“ Nickend erhob ich mich und verabschiedete mich mit einem „¡Hasta mañana! (Bis morgen!)“ von ihr. Schnell verließ ich das Hotel und war froh als ich endlich wieder etwas Zeit für mich hatte. Es war gerade halb sieben und ich verspürte ein leichtes Knurren in meinem Magen. Lust auf daheim hatte ich aber noch nicht, so ging ich zu dem Kiosk der um die Ecke lag und holte mir eine Portion Pommes. Diese verschlang ich kurz und schon schlenderte ich weiter. Mein Ziel war mal wieder der Strand- wie jeden Tag nach Feierabend! Meine Flip Flops zog ich aus als ich am Meer spazieren ging und mal wieder meinen Gedanken nachhing. Ich blieb an der Stelle stehen an der ich gestern diese Jungs gesehen hatte. Vielleicht würde ich sie ja heute wieder sehen? Obwohl ich daran zweifelte. So ging ich weiter und ging nach dem Sonnenuntergang nach Hause um mit meiner Familie noch ein bisschen den Abend zu verbringen.

Der nächste Tag verlief nicht viel anders als der Letzte. Heute musste ich aber keine Animateurin sein sondern musste mit einer der Putzfrauen die Zimmer säubern. Man hatte ich eine Lust dazu… Aber auch hier blieb mir nichts anderes übrig und als mir meine Mum am Ende meiner Arbeit sagte das ich heute hervorragend war, war ich doch ziemlich stolz auf mich. Meine Mum entließ mich in den Feierabend, ich zog mich wieder um und schlenderte dann wieder zu dem Strand. Heute war mein Ziel der Steg an dem einige Boote im Wasser trieben. Ich ließ die Füße ins Wasser baumeln und dachte an den morgigen Tag! Morgen musste ich mal nicht arbeiten sondern hatte einen ganzen Tag frei. Vermutlich würde ich mich mit Francisca treffen aber das war auch noch nicht fest! Früher als sonst ging ich nach Hause und rief dann bei meiner lieben Freundin Francisca an. Ihre Mum nahm ab und als ich nach Francisca fragte musste ich nur kurz warten ehe ich sie an der Strippe hatte.

„¿Sí? (Ja?)“
„¡Hi Francisca! (Hi Francisca!)”, begrüßte ich sie.
„¡Oh Graciana! ¡Hey! ¿Cómo es usted? (Oh Graciana! Hey! Wie gehts dir?)”
„¿Bueno y usted tan? (Gut und dir so?)“
„¡Estoy claramente bien! Las vacaciones finalmente están... (Klar geht es mir gut! Schließlich sind Ferien…)“
Wir beide lachten kurz und quatschten dann über unsere Ferienerlebnisse. Auch erzählte ich ihr von diesen Jungs am Strand.
„¿este la mirada buena? (Sehen die gut aus?)“, erkundigte sie sich gleich was mich zum Lachen brachte. Francisca war immer sehr auf gutes Aussehen beim anderen Geschlecht bedacht.
„¡Sí ya! Desafortunadamente, he visto solamente uno correctamente de éstos y éste parecido maravilloso... (Ja schon! Ich hab leider nur einen von denen richtig gesehen aber der sah traumhaft aus…)” Ich seufzte und geriet richtig ins Schwärmen. Am anderen Ende lachte Francisca manchmal auf während ich ihr jedes kleine Detail beschrieb was mir an diesem Typen aufgefallen war.
„¿Puede que esto ser usted están en amor? (Kann es sein das du verliebt bist?)”, fragte sie als ich mit meiner Erzählung geendet hatte. Hmm… das hatte ich mich ja auch schon gefragt aber das wäre unmöglich. Außerdem würde ich den sowieso nie wieder sehen. Das sagte ich Francisca aber sie ließ nur ein „Sí sí, sí… (Ja, ja, ja…)“ vernehmen und lachte dann wieder los.
„¡Usted hace girar oh Francisca... (Ach Francisca! Du spinnst…)”, seufzte ich.
„¡Usted piensa si! Pero le conozco Graciana de todos modos. Usted está en amor... (Wenn du meinst! Aber ich kenne dich doch Graciana. Du bist verliebt…)“, fuhr Francisca fort und ich konnte mir das Grinsen was sie bestimmt momentan auf den Lippen hatte gut vorstellen.
„¡No tengo la época más leve para el amor! (Ich habe für Liebe gar keine Zeit!)“ Ja das war wirklich so. Woher sollte ich denn Zeit nehmen wenn meine Eltern mich in den Ferien immer voll einbuchten? Auch wenn ich wieder zur Schule musste, wusste ich dass ich weiter im Hotel helfen musste. Sie wollten mir halt schon mal einen Einblick in meinem späteren Beruf geben. Dass ich das gar nicht wollte verstanden sie natürlich nicht…
„¡Usted habla! todos tiene tiempo para el amor si él desea solamente. (Du laberst! Jeder hat Zeit für Liebe wenn er nur will.)“ Jetzt war Francisca diejenige die laut seufzte.
„Quizás. ¡Pero usted lo tiene de todos modos más simplemente! Sus padres no son como los míos... (Ja vielleicht. Aber du hast es eh einfacher…Deine Eltern sind nicht so wie meine!)”, verteidigte ich mich.
„¡Usted debe aprender simplemente ganar la aceptación! (Du musst einfach lernen dich durchzusetzen!)”, sagte meine Freundin, „¡el suyo le tenía para hacer lo que a usted hace la diversión y no esto qué sus padres desean! (Du musst das machen was dir Spaß macht und nicht das was deine Eltern wollen!)“
Ich wusste das Francisca recht hatte, aber ich wollte auch nicht meine Eltern enttäuschen! Sie hatten doch nur noch mich als Tochter… Ich dachte an Serafina! Sie war meine größere Schwester. Die Betonung liegt auf WAR denn sie war letztes Jahr bei einem Autounfall gestorben- mit gerade mal neunzehn Jahren! Vorher hatte sie all das gemacht was nun meine Aufgabe war, nur mit dem Unterschied das sie auch Hotelbesitzerin werden wollte. Ich vermisste sie… Sie war ein Grund dafür dass ich mich nicht bei meinen Eltern durchsetzte und ihnen sagte dass ich das Hotel nicht übernehmen wollte. Meine Eltern hatten Serafina geliebt und ich wusste dass es ihnen bestimmt lieber wär wenn ich an ihrer Stelle gestorben wäre. Es war nicht so als würden sie mich nicht lieben, aber sie wollten dann doch lieber eine Tochter haben die ehrgeizig war und Spaß an dem Job als Hotelbesitzer hatte. Tja damit war ich ja ausgeschlossen… Ich seufzte laut und dachte wieder an den Jungen vom Strand. Mein Herz fing jedes Mal an zu klopfen wenn ich sein Gesicht vor meinen Augen sah. War ich etwas doch verliebt? Hatte Francisca doch Recht? Ne das würde gar nicht gehen…Ich müsste ihn einfach vergessen da ich ihn sowieso nie wieder sehen würde!
„¿Usted dice que la rapidez... mide el tiempo mañana? (Sag mal…hast du morgen Zeit?)”, fragte ich um schnell vom Thema abzulenken.
„¿Mañana? (Morgen?)“
„Si. (Ja.)“
„¡Claro! ¿Qué deseamos hacer? (Klar! Was wollen wir machen?)“
„¡Ähm... no saber! ¿Usted tiene una idea? (Ähm…keine Ahnung! Hast du ne Idee?)“ Am anderen Ende war es kurz ruhig und ich wusste das Francisca am Überlegen war.
„¿Cómo sobre la playa? (Wie wärs mit dem Strand?)“
„¿Autorización... y cuando? (Okay…und wann?)“
„¡Le tomo! (Ich hol dich ab!)“
„Autorización. (Okay.)“
„¡Hasta mañana! (Bis morgen!)“
„¡Autorización! ¡Adiós! (Okay! Bye!)“
Ich legte auf und warf mich dann aufs Bett. Noch lange dachte ich über das Gespräch nach. Francisca hatte ja schon Recht wenn sie sagte ich sollte mich mal gegenüber meinen Eltern durchsetzen…aber ich hatte dafür einfach noch keinen Mut! Ich war doch die einzigste die ihnen noch unter die Arme griff- war doch der Ersatz für Serafina! Die Tränen die mir über die Wangen flossen bemerkte ich gar nicht richtig. Etwas fehlte in meinem Leben, nur wusste ich noch nicht was! Meine Mum rief nach mir: „¡Graciana! ¡Comida! (Graciana! Essen!)“ „Sí Mama... (Ja Mama…)“, antwortete ich ihr, wischte mir die Tränen weg und ging dann hinunter.

„¡Hola azucare! (Hallo Süße!)“ Francisca stand vor meiner Haustür, in der linken Hand ihre Strandtasche und in der anderen hielt sie ihr Handy. Sie umarmte mich und gab mir auf die Wangen jeweils einen Kuss. „¡Hi Francisca! (Hi Francisca!)“, murmelte ich, schnappte mir dann auch meine Strandtasche und ging hinaus. Laut quatschend liefen wir zum Strand und suchten uns dort ein schönes Plätzchen was gar nicht so einfach war da hier so viele Leute rumlagen. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menschenmassen im Sand und fanden dann nahe des Stegs an dem ich meist saß ein schönes Plätzchen. Schnell waren unsere Handtücher ausgebreitet und wir zogen uns unsere Klamotten aus, räkelten uns in unseren Bikinis in der Sonne. Meine Haut war schon komplett braun von der vielen Sonne in den letzten Wochen geworden aber ich genoss es doch immer in der Sonne. Meine Sonnenbrille war in meinem Haar während ich Francisca den Rücken mit Sonnencreme eincremte. Wir unterhielten uns laut über unsere bisherigen Ferien. Unsere anderen Freunde waren momentan alle im Urlaub und so langweilte sich Francisca den ganzen Tag. „¡Quisiera a veces intercambiar con usted! (Manchmal würde ich gerne mit dir tauschen!)“, seufzte sie. Ich lachte: „¡Piensa que es sinewy para mí! ¡No me tengo en el país no más de deseo de estar en el hotel que cada día... prefiera mucho para hacer delante de la televisión allí se sientan! (Glaub mir es ist nervig! Ich habe keine Lust mehr jeden Tag im Hotel zu sein...Da würde ich viel lieber daheim vor dem Fernseher sitzen!)“ „Quizás.... (Vielleicht…)“, lächelte sie und schloss die Augen. Ich blieb halb sitzen und ließ meinen Blick über den Strand wandern während ich mich mit Francisca über ein Lied von der spanischen Rockband Héroes del Silencio unterhielt. Diese Band existierte schon nicht mehr…Aber Francisca fuhr trotzdem voll auf die ab. Sie versucht immer noch an alle Alben zu kommen! Verrückt fand ich das. So verrückt das es wiederum auch lustig war! Francisca war eingefleischter Héroes del Silencio Fan, was ich bewundernd fand. Noch nie war ich Fan von etwas- egal ob von Musikbands, Sängern bzw. Sängerinnen oder Sportlern. Klar hörte auch ich gerne mal Musik oder unterstütze die spanischen Fußballer aber ich war noch in gar nichts so vernarrt das ich behaupten würde ich sei Fan. Keine Ahnung woran das lag… Während mich Francisca von der Seite immer noch mit dieser Band vollquatschte war mein Blick bereits an vier Kerlen hängen geblieben. Sie waren noch ziemlich weit weg von uns, liefen aber hierher und sie erinnerten mich so an jemanden. Ich kam nicht so schnell drauf an wen aber als diese Typen plötzlich ganz nah an uns vorbeigingen und dann auch noch am Wasser stehen blieben und ich sie genau betrachten konnte fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es waren diese Jungs die mir den Ball an den Kopf geworfen hatten. Ja das waren sie auf alle Fälle! Als ich den Jungen mit den schulterlangen, schwarzen Haaren sah machte mein Herz einen Hüpfer. Kaum zu glauben das ich sie wieder gefunden hatte. Was sollte ich jetzt machen? Sollte ich mal hinübergehen und etwas zu denen sagen? Nein lieber nicht…Bestimmt erinnerten sie sich nicht mal mehr an mich! Ich sah zu Francisca und sagte: „¡Estos muchachos están aquí Francisca! (Francisca die Jungs sind hier!)“ Meine Freundin öffnete die Augen, setzte sich auch etwas auf und schob die Sonnebrille nach oben. „¿Qué Muchachos? (Welche Jungs?)“, fragte sie. „Le he dicho a las historias de... (Von denen ich dir erzählt hab…)“, grinste ich. „¿Qué? ¿Dónde? (Was? Wo?)“, wollte sie gleich wissen. Vorsichtig deutete ich in die Richtung in der die vier Jungs standen. Francisca sah sie sich genauer an und grinste dann. „¡Usted tiene razón! Éstos no miran ese malo todos... (Hast Recht! Sehen gar nicht mal so schlecht aus…)“, meinte sie grinsend. „Digo sí. (Sag ich ja!)“, erwiderte ich und sah wieder hinüber. Oh man dieser eine Kerl hatte mir ganz schön den Kopf verdreht! Auch Francisca beobachtete die vier, sah dann zu mir und ihr Grinsen wurde noch breiter. „¿Qué? (Was?)“, fragte ich da ich dieses Grinsen nur zu gut kannte. „¡Vaya! (Geh hin!)“, befahl sie und berührte mich an der Schulter. „¡No! ¿Está usted loco? (Nein! Bist du verrückt?)“, fragte ich da ich mich das niemals getraut hätte. „Yo entonces apenas el ir de la. (Dann geh ich halt.)“, murmelte sie und erhob sich. „Francisca... ¡No satisfaga! (Francisca…Bitte nicht!)“, flehte ich. Genau wusste ich nicht warum ich das machte aber ich wollte einfach nicht das Francisca zu ihnen hinging. Francisca lächelte: „¡Deseo solamente ayudarle! (Ich will dir doch nur helfen!)“ „¿Cómo? (Wobei?)“, fragte ich. „El conocerse apenas de este tipo cerca. (Na diesen einen Typen kennen zu lernen.)“ Schnell schüttelte ich den Kopf. Was versuchte sie hier eigentlich? Dachte sie echt ich wäre in ihn verliebt? Anscheinend schon. Wiederum wusste ich auch nicht ob ich wirklich nichts von dem wollte. Wieder sah ich zu den vieren, wieder schlug mein Herz schneller. Dann sah ich hinauf zu Francisca die lächelnd zu mir herunterblickte. Sie war so ein Sturkopf…Ich konnte sie eh nicht davon abhalten! „¡Trabajo qué usted no puede dejar! (Tu was du nicht lassen kannst!)“, flüsterte ich schließlich. Franciscas Lächeln wurde breiter. „¡Autorización! (Okay!)“, meinte sie, schnappte sich aus ihrer Tasche einen kleinen Ball und ging damit hinunter zum Wasser wo die vier Jungs standen. Fragend sah ich ihr nach! Was wollte sie denn mit diesem Ball? Ich erfuhr es als sie plötzlich laut aufschrie und dann voll in die vier hineinlief und dabei ‛ganz ausversehen’ einen von den Jungs zu Boden riss. Das entlockte mir ein Lachen… Ich beobachtete sie weiter wie ihr der Typ mit den Dreadlocks aufhalf, er war auch derjenige gewesen den sie zu Boden geworfen hatte. Dann sagte sie etwas und lachte dann wieder. Sie blickte zu mir und rief: „¡Muchachos Alemanes! (Deutsche Jungs!)“ Auch sahen nun die vier Kerle zu mir herüber und ich konnte mich nicht mehr rechtzeitig verstecken. So sah ich zu den fünfen herüber und bemerkte sogar ein Lächeln in dem Gesicht des Jungens mit den schwarzen Haaren. Sofort machte mein Herz wieder einen Hüpfer. Francisca stand da herum und sah mich fragend an. „¡Venido aquí! ¡Tengo un problema! (Komm mal her! Ich habe ein Problem!)“, rief sie dann und ich erhob mich langsam. Schnell zog ich noch über meine Bikinihose meinen Strandrock und ging dann mit langsamen Schritten zu den fünfen herüber. Als ich näher kam verstand ich plötzlich Franciscas Problem und grinste. Klar sie hatte eben gerufen das es deutsche Jungs waren. Francisca aber konnte so gut wie gar kein Deutsch. So versuchte sie auf Englisch und mit Händen und Füßen mit den Jungs zu kommunizieren. Lächelnd kam ich hinzu und wurde prompt von dem Kerl mit den braunen Augen angequatscht. „Hi! Do you speak English? I am Bill. Nice to meet you. (Hi! Sprichst du Englisch? Ich heiße Bill. Schön dich kennen zu lernen!)”, sagte er und hielt mir die Hand hin. Lächelnd nahm ich sie und wir schüttelten uns die Hände. „Die Freude ist ganz meinerseits!“, meinte ich und mein Lächeln wurde noch breiter als ich sah wie überrascht Bill war. „Du sprichst Deutsch?“, fuhr er fort. „Ja…Das muss ich können!“ „Warum?“ „Meine Eltern besitzen ein Hotel und da helfe ich oft aus. Wir haben viele deutsche Gäste und so lerne ich viel Deutsch. Außerdem ist meine Mum zur Hälfte Deutsch und hat mir dies schon früh beigebracht!“, erzählte ich. Wissend nickte er. „Wie heißt du?“, fragte er. „Graciana!“, antwortete ich ihm, dann deutete ich auf Francisca die uns aufmerksam zugehört hatte, „Und das ist Francisca!“ Bill schüttelte auch ihr die Hand was ich ziemlich lustig fand da mir nicht viele Jugendliche über den Weg liefen die das machten! „Und ihr seid?“, fragte ich die anderen drei. Der mit den Dreadlocks lächelte und sagte: „Also ich bin Tom…Das ist Georg…“, er deutete auf den mit den längeren braunen Haaren, „…und das ist Gustav!“ Der mit der Cap hob freundlich die Hand. „¿Cuál es la materia? (Was ist los?)“, zischte mir Francisca zu. Gedanklich schlug ich mir vor die Stirn…Klar Francisca war diejenige die so gut wie gar kein Deutsch konnte. Das war bei mir wohl der Vorteil wegen dem Hotel… Lächelnd wand ich mich an sie und übersetzte ihr alles. Stellte ihr so die vier Jungs vor. „Ah…“, sagte sie dann und lächelte. „Seid ihr irgendwie Geschwister oder so?“, fragte ich die Jungs. Sie lachten kurz los und Georg klärte mich dann auf: „Ne wir sind nur Freunde…Na ja was heißt nur! Tom und Bill sind Zwillinge!“ „Zwillinge?“, fragte ich erstaunt und sah mir beide noch mal genauer an. Sie nickten und nun fielen mir auch ein, zwei Ähnlichkeiten auf. Aber ansonsten waren sie wie Himmel und Erde- vollkommen verschieden! Francisca stand neben mir und sah verwirrt drein, aus Mitleid übersetze ich ihr alles und wusste schon jetzt das ich bestimmt noch ein wenig die Übersetzerin spielen durfte…

„Wir müssen allmählich mal wieder los!“ Bill und die anderen Jungs erhoben sich, klopften sich den Sand vom Körper. „Okay…“, murmelte ich und zischte aus den Mundwinkeln Francisca die Übersetzung zu. Sie nickte und umarmte die vier dann. Ich tat es ihr gleich da sie mir wirklich sehr sympathisch waren. Den ganzen Nachmittag hatten wir uns unterhalten und ich erfuhr einiges über die Jungs. Sie wohnten in Deutschland, hatte ne Band die dort ziemlich erfolgreich war. Ich wusste den Namen ihres Hotels was für seinen Luxus bekannt war, wie lange sie noch in Mallorca waren, vier Tage, und auch so die allgemeinen Interessen. „Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder!“, murmelte Bill dann noch und sie setzten sich in Bewegung. Ich sah ihnen nach und träumte vor mich hin. Dieser Bill war einfach zu heiß! Noch ganz benebelt von seiner Anwesendheit ließ ich mich zurück fallen und sah in den Himmel wo gerade die Sonne von einer Wolke verdeckt wurde. Francisca sah aus den Augenwinkeln zu mir herunter und ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „¿Tiene uno qué le cogió absolutamente maravillosamente? (Man dich hats aber ganz schön erwischt was?)“, sagte sie. Ich gab ihr darauf keine Antwort aber innerlich wusste ich dass sie Recht hatte. Ich hatte mich tatsächlich in Bill verguckt. Dabei kannte ich ihn gerade mal drei Stunden. Wow das war auf alle Fälle Liebe auf den ersten Blick!

Am nächsten Morgen musste ich wieder früh aufstehen. Vorbei ist der Tag an dem ich machen konnte was ich wollte…Heute hieß es wieder aushelfen im Hotel. Als ich dort ankomme wird mir mitgeteilt dass ich heute an der Bar mithelfen durfte. Na was heißt durfte. Ich sollte! So leistete ich Camillo Gesellschaft. Er war so der Barkeeper und hatte mir schon des Öfteren so coole Moves beigebracht. Das war der einzigste Job den ich in diesem Hotel mochte. Mit Camillo hinter der Bar stehen. Mit Camillo kam ich eh super aus, er war immer so lustig drauf und riss einen Witz nach dem anderen. Das schätzte ich so an ihm! Auch heute unterhielten wir uns wieder blendend. Nebenbei bedienten wir die Gäste die sich was zu trinken holten. „¿Qué parece realmente con el amor? ¿Está usted en amor? (Wie sieht es eigentlich mit der Liebe aus? Bist du verliebt Kleine?)“, fragte er irgendwann. Kurz lachte ich auf da ich es immer noch nicht fassen konnte dass er mich noch immer Kleine nannte. Gut okay mit meinen 1,65m gehörte ich nicht zu einer der größten aber ich war auch nicht klein! So stupste ich ihm in die Rippen und gab ihm auf seine Frage keine Antwort. „¿Tan? (Also?)“, hakte er nach und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „¡Piense! (Glaub schon!)“, flüsterte ich nur zurück. „¿Le conozco? (Kenn ich ihn?)“ Camillos Lächeln wurde noch eine Spur breiter und ich musste plötzlich loslachen. Der Kerl war einfach zu neugierig. „¡No, usted no le conoce! (Nein du kennst ihn nicht!)“, sagte ich als ich mich wieder gefangen hatte. Er sagte „Hmm…“ und ich wusste das er darüber noch nachdachte. Ehe er mich weiter ausfragen konnte wechselte ich aber das Thema und wir unterhielten uns über Urlaub. Ja das wünschte ich mir auch- Urlaub! Am besten mit Bill… Oh man war ich vernarrt in den Kerl!

„Deje una rotura hacernos okly... (Okay lass uns mal Pause machen…)“ Camillo bediente noch einen Gast und ging dann zur Seite. Mateo und Brigitte würde nun für uns einspringen. Ich setzte mich auf den Tresen wo momentan kein Gast saß und as eine Zitrone. Diese saueren Dinger liebte ich einfach womit ich immer auf Missverständnisse gegenüber anderen kam. Da ich nie eine Miene dabei verzog wenn ich diese saure Frucht as wurde ich bei so etwas immer komisch beobachtet. Camillo sah das als normal an und futterte eine Orange nach der anderen. Nebenbei unterhielten wir uns weiter über all möglichen Kram. „¿Qué él parece entonces? (Wie sieht er denn aus?)“, fragte Camillo plötzlich. „¿Quién? (Wer?)“, fragte ich ganz scheinheilig obwohl ich mir schon dachte wen Camillo meinte. „¡usted es en amor el individuo en! (Na der Kerl in den du verliebt bist!)“, zwinkerte er. Ich grinste und erzählte dann von Bills Aussehen. Vollkommen verrückt war das irgendwie aber ich musste Camillo dennoch jedes Detail genau beschreiben. Gerade war ich dabei Camillo von Bills Arsch zu erzählen als mich von hinten jemand antickte. Ich drehte mich noch mitten im Gespräch vertieft um und viel beinahe vom Tresen. Camillo konnte mich noch gerade so festhalten und lachte dann los. Vor mir stand Bill und grinste mich so unheimlich süß an das ich mein Herz schon wieder um einige Schläge schneller schlagen spürte. „Hey Graciana! Sorry wollte dich nicht erschrecken!“, sagte er. „Bill was machst du denn hier?“, fragte ich und rutschte vom Tresen runter. Aus den Augenwinkeln sah ich Camillo grinsen. Na dass dies DER Bill war hatte er mit Sicherheit verstanden schließlich konnte auch er Deutsch sprechen. „¡Le dejo solo! (Ich lass euch dann mal alleine!)“, flüsterte er mir ins Ohr, zwinkerte und ging dann auf die andere Seite des Tresens. Kurz sah ich ihm nach und wand mich dann fragend an Bill. „Ja also ich wollte dich eigentlich abholen!“, sagte er gleich. „Abholen? Warum? Ich kann hier nicht weg…“, stammelte ich und mein Herz drohte gleich zu zerspringen. „Joa also wir haben uns für heute was Schönes überlegt und haben Francisca auch schon dabei. Die hat uns dann hierher gebracht!“ „Wo habt ihr denn Francisca getroffen?“ „Am Strand… So jetzt komm schon! Wir wollen los!“, drängelte Bill. „Ich kann hier nicht weg! Ich muss hier arbeiten… wenn meine Eltern das mitbekommen!“, erklärte ich. „Och komm schon… Heißt es nicht immer der Gast ist König?“, grinste er. „Wenn dann heißt ist der Kunde ist König! Und wenn schon du bist ja noch nicht mal Gast in diesem Hotel!“ Meine Lippen umspielte ein Lächeln, das war doch mal vollkommen verrückt. „Vielleicht nicht Gast in diesem Hotel aber auf dieser Insel!“ Bills Grinsen wurde noch breiter. Mensch hatte der Junge Argumente rausgesucht! Da konnte ich ja gar nicht widerstehen, erst recht nicht bei diesem Grinsen! Ich warf Camillo einen Blick zu, dieser unterhielt sich grad mit Brigitte. „Los komm schon Graciana! Nur zwei Stunden…Deine Eltern werden bestimmt nichts mitbekommen!“, überredete Bill weiter. Man dieses Angebot war so verlockend und ich wollte doch auch etwas mit ihm machen. Aber nein meine Eltern. „Das geht nicht Bill! Das geht einfach nicht…“ „Warum nicht? Los komm, es wird gar nicht auffallen. Und wenn sie nachfragen wo du warst dann sagst du, du hast einem Gast die Umgebung gezeigt!“, zwinkernd lächelte er. „Außerdem ist Francisca ohne dich aufgeschmissen!“, setzte er hinzu und lachte. Auch ich lachte nun und warf all meine bedenken über den Haufen. „Okay ich komme mit!“, sagte ich, kletterte über den Tresen und sagte Camillo noch bescheid das ich nun gehen würde und mich um einen ‛Gast’ kümmern müsste. „Sí pero.... (Ja aber…)“, sagte er noch doch ich legte einfach meinen Zeigefinger auf meine Lippen und machte „Pssst…“. Er verstand und reckte nun die Daumen. Dankend lächelnd drehte ich mich zu Bill um. „Dann lass uns mal los!“, murmelte ich. „Jops!“, sagte er und legte mir einen Arm um meine Schulter. Oh man dieser Typ machte mich ganz verrückt! Wir gingen schnell nach draußen damit auch wirklich niemand mitbekam dass ich einfach so ging. Innerlich stellte ich mich schon mal darauf ein lebenslang Hausarrest zu bekommen wenn meine Eltern mich erwischen würden. Aber wir kamen unbeobachtet nach draußen wo auch schon die anderen standen und sich an die Mauer des Nachbarhotels lehnten. „Hey!“, sagte ich, umarmte die Jungs und gab Francisca auf die Wangen jeweils ein Küsschen. „Lasst uns los!“, sagte Gustav und ging voran. Obwohl ich immer noch nicht wusste wo es hinging folgte ich ihm und den anderen.

Bald kamen wir am Strand an und liefen zum Anlegesteg. „Wir haben ein Boot gemietet!“, teilte Bill mir dann mit. „Ihr habt was?“, fragte ich noch mal nach da ich dachte ich hätte mich verhört. „Ein Boot gemietet!“, wiederholte er und grinste. „Francisca! ¿Usted ha sabido sobre él? (Francisca! Hast du davon gewusst?)”, rief ich nach vorne wo Francisca neben Tom ging und sich krampfhaft mit ihm in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch unterhielt. Grinsend drehte sie sich um: „¡Mi idea! (War meine Idee)“ Sie zwinkerte und wand sich dann wieder Tom zu. „Was hast du zu ihr gesagt?“, fragte Bill neben mir. „Ach nur ob sie davon wusste… Es war also ihre Idee?“, grinste ich. Bill nickte: „Schon irgendwie. Also wir hatten sie ja am Strand getroffen und dann hatten wir überlegt was wir machen konnten und ihr ist das dann eingefallen!“ Ich lächelte ihm zu und lief dann den Steg entlang. Georg und Gustav waren bereits auf das Boot gesprungen und auch Tom gesellte sich nun dazu. Ich sah es mir erstmal genau an. Es war ziemlich groß und wir würden gut Platz haben. Ein klein wenig erinnerte es mich an so eine kleine Yacht… „Los komm lass uns auch aufs Boot!“, riss mich Bill aus seinen Gedanken. Nickend folgte ich ihm und machte es mir dann auf einem Sitz bequem. „Hoffentlich habt ihr das schon mal gemacht…“, murmelte ich Georg zu der sich gerade am Ruder zu schaffen machte. „Ähm… na wir werden das schon schaffen!“, antwortete er und lächelte. Ich stöhnte leise auf. Bei meinem Glück würden wir vermutlich noch kentern…

Doch es lief alles glatt. Nach anderthalb Stunden kamen wir heile und trocken am Steg wieder an. Schnell sprang ich von dem Boot herunter und wartete auf die anderen. „Was machen wir jetzt noch?“, fragte Tom und ich übersetzte Francisca schnell die Frage. „Keine Ahnung!“, meinte Gustav und auch die anderen, einschließlich Francisca, zuckten mit den Schultern. „Also ich muss zurück zum Hotel!“, sagte ich. „Ach so…Ja stimmt!“, meinte Bill und ich nickte. „Also lasst euch nicht aufhalten!“, nuschelte ich und umarmte dann alle nacheinander. „Ich bring dich noch zurück!“, bot Bill mir an. „Quatsch das brauchst nicht!“, erwiderte ich. „Möchte ich aber!“, grinste er und ging dann schon mal voraus. „Okay!“, gab ich nach, winkte den anderen noch mal kurz zu und holte Bill dann schnell ein. Auf den Weg ins Hotel redeten wir ne ganze Weile und unsere Schultern und Arme berührten sich immer mal wieder. Das löste bei mir jedes Mal eine totale Gänsehaut aus. Als wir am Hotel ankamen umarmte ich Bill und verabschiedete mich von ihm. Gerade als ich hinein gehen wollte hielt er mich aber noch mal fest und fragte: „Sag mal hast du irgendwie morgen Abend schon was vor? Wir könnten ja was zusammen machen wenn du magst!“ Er lächelte und ich nickte. „Gerne! Ich hol dich ab ja? Wie heißt euer Hotel noch mal?“, stimmte ich zu und alleine wenn ich an morgen Abend dachte pulsierte mein Herz. „Es heißt Santa! Weißt wo das ist?“ „Klar…Ich wohne doch hier!“ Er lächelte und schließlich verabschiedeten wir uns ganz voneinander. Ich lief schnell hinein und zur Bar hinüber. Camillo erblickte mich und grinste breit. „¿Y cuál era como él? (Und wie wars?)“, fragte er und sein Grinsen wurde noch ein bisschen breiter. Ich gesellte mich neben ihn hinter die Bar und hatte ein verträumtes Lächeln im Gesicht. „¡Era fabuloso! (Es war toll!)“, hauchte ich und widmete mich dann wieder meiner Arbeit.

Meine Eltern hatten nichts von meinem kleinen Ausflug bemerkt. Camillo hatte erzählt das sie die ganze Zeit oben im Büro waren und Papierkram erledigt hatten. Er versprach mir dass er auch nichts sagen würde und so konnte ich mich voll und ganz auf den gemeinsamen Abend mit Bill freuen der heute anlag. Schon den ganzen Tag über war meine Laune die beste und ich pfiff immer wieder während ich durch das Hotel lief und hier und da half. Ich bat meine Eltern auch heute dass ich früher gehen durfte und sie ließen mich auch zwei Stunden früher als sonst Schluss machen da sie der Meinung waren ich hätte heute schon einiges gemacht. So hopste ich nach Hause und stellte mich unter die Dusche- richtete mich für den Abend her. Dann rief ich noch kurz bei Francisca an und erzählte ihr von der Verabredung. Sie freute sich mit mir und wünschte mir viel Spaß. Den würde ich bestimmt haben… Gegen sieben Uhr abends lief ich hinüber zum Hotel Santa indem die Jungs hausten. Ich musste sogar gar nicht an der Rezeption nach Bills Zimmernummer fragen denn er stand bereits vor dem Hotel. Ich umarmte ihn lange und spürte mein Herz bis zum Hals schlagen als er mir einen Kuss auf die Wange gab. „Und was machen wir jetzt?“, fragte er dann lächelnd. „Ich möchte dir was zeigen!“, flüsterte ich und zog ihn an der Hand hinter mir her. Wir liehen uns an einem Verleih jeweils diese elektrischen Cityroller aus und fuhren dann eine Weile hinaus aus dem Ort. Bill fragte immer mal wieder wo ich mit ihm hinwollte, doch ich antwortete ihm da nie drauf da es eine Überraschung werden sollte. Bald kamen wir an und stiegen von den Rollern ab. Wir liefen über Felsen rüber und fanden uns dann am Meer in einer kleinen Bucht wieder. Hier kam ich öfters her wenn ich meine Ruhe haben wollte. Niemand außer mir kannte diesen Ort und soweit ich wusste war auch noch nie jemand hier gewesen. Er war ja auch gut versteckt, hinter großen Felsen und Sanddünen. Bill staunte wirklich nicht schlecht als ich ihn über diesen Fleckchen Erde aufklärte. Wir setzten uns in den Sand und sahen uns das Meer an. Als der Sonnenuntergang begann legte Bill einen Arm um mich und zog mich näher zu sich. Das Blut in meinen Adern rauschte und mein Herz war kurz vorm zerspringen. Ich hatte Angst Bill würde es hören und warf ihm so immer wieder Seitenblicke zu. Aber er blieb ruhig und sah sich den Sonnenuntergang an. „Weißt du Graciana es ist toll hier mit dir zu sitzen.“, flüsterte er und ich nickte leicht. Ui das hörte sich so toll an. Ich spürte seinen Atem in meinen Haaren und wusste dass er mich gerade ansah. Wieder bekam ich eine Gänsehaut und sah zu ihm auf. In seine Augen, seine schönen Augen. Man spürte förmlich das Knistern zwischen uns und ich konnte nicht anders als ihn zu küssen. Zuerst war er überrascht und zuckte kurz zusammen aber dann genossen wir beide es und ließen nicht so schnell voneinander ab. Wir sanken nun vollkommen in den Sand und ich spürte seine Hand unter mein Top gehen. Erneut durchzuckte eine Gänsehaut meinen Körper und das Verlangen nach ihm wurde noch größer. Ich spürte wie das Meer unsere Füße umspielte während wir uns gegenseitig auszogen. Bei Bill vergas ich alles um mich herum…

Bill strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste mich noch mal kurz. „Bis dann!“, lächelte er und ging davon. Soeben hatte er mich nach Hause gebracht. Es war bereits nach Mitternacht und ich musste nun ganz leise sein damit ich meine Eltern nicht wecken würde. Die würden bestimmt wissen wollen wo ich so lange geblieben bin und die Wahrheit konnte ich ihnen ja wohl nicht erzählen. So schloss ich leise die Tür auf, zog meine Schuhe vor der Haustür aus und tapste barfuss nach oben in mein Zimmer. Ich hatte Glück und mich hörte niemand. Als ich meine Zimmertür vollkommen zugemacht hatte machte ich das Licht an. Ich ging hinüber zum Fenster und sah hinaus, von hier aus konnte man das Meer sehen. Wieder dachte ich an die vergangen Stunden die bisher die schönsten waren die ich jemals erlebt hatte. Niemals hätte ich gedacht das ich so schnell mit einem Jungen schlief- aber bei Bill war irgendwie alles anders! Er hatte mir so sehr den Kopf verdreht… Ich machte mich fürs Bett fertig und dachte noch lange an ihn! Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief ich dann aber sehr viel später endlich ein.

Die beiden nächsten Tage verbrachte ich abends sehr viel Zeit mit Bill. Ich empfand so viel für ihn und wusste dass auch er einiges für mich empfand. Meist saßen wir in der kleinen Bucht oder saßen bei ihm im Hotelzimmer. Die anderen wussten natürlich schon längst von mir und Bill bescheid und Francisca hatte ich sogar die gesamte Story erzählt! Sie war ziemlich erstaunt darüber dass ich so etwas machte aber freute sich auch gleichzeitig für mich. Ja Bill gab mir Liebe die ich noch nie erlebt hatte und er half mir viel endlich aus mir herauszukommen. Er hatte mich einfach verändert… So fasste ich auch den Entschluss meinen Eltern zu sagen dass ich das Hotel später nicht übernehmen würde. Bill wusste inzwischen auch die ganze Geschichte darüber und wünschte mir viel Glück als ich am Tag an dem die Jungs abreisen würden zu meinen Eltern nach oben ins Büro ging. Sie waren zuerst ziemlich verwundert darüber das ich kam und ihnen sagte das ich bereits mit der Arbeit fertig sei aber als ich meinte ich müsste dringend mit ihnen reden nahmen sie auf ihren Stühlen Platz und auch ich ließ mich nieder. „Por lo tanto…¿Cuál es la materia? (Also…was ist los?)“, fragte meine Mum und ich begann leise mit meiner Ansprache. Ich erzählte ihnen dass ich noch nie den Wunsch verspürt hatte das Hotel zu übernehmen und dass meine Interessen sowieso ganz woanders lagen. Ich erzählte ihnen dass ich Lehrerin werden wollte und im Ausland studieren möchte! All das was sich in mir angestaut hatte ließ ich nun raus. Sagte alles was ich dachte, auch Serafina ließ ich nicht daraus. „Sé que preferiste este esto que ella está aquí en mi lugar ahora Pero ahora no está tan. ¡Ella es tú debe mortal esto entender gradualmente! Has hecho solamente que crees esto que podría conducir el hotel en su lugar más adelante pero sé exactamente esto sabes esto no puedo hacer esto…(Ich weiß das ihr lieber wolltet das sie nun hier an meiner Stelle ist. Aber es ist nun mal nicht so. Sie ist tot das müsst ihr allmählich verstehen! Ihr habt euch doch nur eingeredet das ich an ihrer Stelle das Hotel später leiten könnte aber ich weiß genau das ihr wisst das ich das nicht kann...)“, sagte ich und spürte eine Träne in meinem Gesicht. Dann verstummte ich und sah wie meine Eltern einen Blick austauschten ehe mein Vater dann begann mit mir zu sprechen: „¡Oh Graciana! ¡Tienes razón! ¡Sabemos que este Serafina habría sido la opción mejor si con tu intercambiarte que estaba sobre el hotel pero no debes pensar que deseamos eso! ¡Estamos alegres que te tenemos! Sin ti, estaríamos a veces algo en un arreglo. ¡Realmente debemos agradecerte! (Ach Graciana! Du hast ja Recht! Wir wissen das Serafina die bessere Wahl gewesen wäre wenn es ums Hotel ging aber du darfst nicht denken dass wir wollten dass du mit ihr tauscht! Wir sind froh dass wir dich haben! Ohne dich wären wir manchmal ziemlich aufgeschmissen. Wir müssen uns wirklich bei dir bedanken!)“ Er brachte ein Lächeln zustande was ich erwiderte. Hieß das eben also dass sie mich verstanden? Das es okay war wenn ich das Hotel nicht übernahm? Ich fragte nach und meine Eltern nickten. Vor Glück liefen mir nun wirklich die Tränen die Wangen hinunter und ich umarmte die beiden stürmisch, bedankte mich tausend Mal bei ihnen! „¿Y deseas hacer profesor realmente? (Und du willst wirklich Lehrerin werden?)“, fragte meine Mum. „¡Sí, éste es mi trabajo ideal! (Ja das ist mein Traumberuf!)“, nickte ich lächelnd. „¡Autorización! ¡No estamos parados de tu manera más! (Okay! Wir stehen dir nicht mehr im Weg!)“, murmelte mein Vater. Ich umarmte die beiden nochmals und ging dann nach draußen. Das was eben passiert war konnte ich noch gar nicht so richtig glauben… ich durfte das machen was mir gefiel! Wow Wahnsinn! Ich musste es sofort Bill erzählen. Schnell sah ich auf die Uhr meines Handys und stellte mit erschrecken fest das sie in knapp einer Stunde fahren würde. Ich sprintete zu ihrem Hotel und traf auf Tom an der gerade mit Gustav und einem kleinen Lederball Fußball spielte. „Hey Graciana!“, sagte die beiden. Ich sprang über den Ball hinweg der gerade herumkullerte, rief ihnen ein kurzes „Hi!“ herüber und betrat dann das Hotel. Ich lief die Treppen hinauf und klopfte bei Bill an die Zimmertür. Doch mir öffnete niemand… Ich versuchte es noch mal doch wieder blieb die Tür zu. Schnell ging ich wieder hinunter und sah Bill die Eingangshalle durchqueren. Anscheinend war er gerade auf den Weg zu den Fahrstühlen. „Bill!“, rief ich und lief dann auf ihn zu. Er blieb stehen und drehte sich um. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus als ich ihm in die Arme sprang. „Sie haben es akzeptiert!“, flüsterte ich ihm immer wieder ins Ohr. Als ich dann endlich von ihm abließ lächelte Bill und sagte: „Das ist gut! Das ist wirklich gut…“ „Ja find ich auch…“, murmelte ich und sah zu Boden. Irgendetwas war anders als die vergangen Tage. „Graciana…Können wir mal reden?“, fragte Bill dann. Ich sah wieder auf und nickte. Bill ging voran und ich wusste dass er auf den Weg zum Strand war. Schweigend gingen wir nebeneinander her bis wir den Steg erreicht hatten und uns hinsetzen. Meine Füße baumelten im Wasser und Angst stieg in mir auf. Was wollte er mir sagen? „Wie soll das weitergehen?“, flüsterte er dann. „Was meinst du?“, fragte ich. „Na das mit uns! Du bist mir so ans Herz gewachsen und inzwischen denke ich Tag und Nacht an dich…Wie soll das werden wenn ich wieder in Deutschland bin?“ Bill sprach leise sodass ich mich immer wieder ein bisschen zu ihm herüberlehnen musste um es zu verstehen was er sagte. „Ich weiß es nicht! Ich weiß auch nur das ich mich wohl hoffnungslos in dich verliebt habe.“, nuschelte ich dem Wasser zu. Er nahm meine Hand und drückte sie. „Vielleicht hätten wir es niemals so weit kommen lassen dürfen!“, murmelte er. „Nein das darfst du nicht sagen…“, erwiderte ich und bemerkte wieder Tränen in meinen Augen. Meine Hand drückte seine Hand, ich wollte ihn nicht gehen lassen. „Lass es uns lieber beenden!“, fuhr er fort. Nun sah ich ihn wieder an, sah auch eine Träne in seinen Augen glitzern. „Glaubst du dass ich dich so einfach vergessen kann?“, fragte ich. „Du sollst mich doch nicht vergessen. Behalte mich einfach in deinen Erinnerungen. Es geht doch sowieso nicht. Du lebst hier und ich lebe in Deutschland Glaub mir es ist besser so… Eine Fernbeziehung würde auch nicht klappen, daran würden wir kaputt gehen!“ Bill sagte das alles so selbstverständlich das es in meinem Herzen schmerzte. Ich sträubte mich dagegen das zu akzeptieren aber dennoch sagte eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf dass dies das Beste wäre. Nein das durfte aber nicht sein! Die Tränen rannen mir nun die Wange hinab und ließen sich nicht aufhalten. Bill strich sie mir aus dem Gesicht und küsste mich noch mal. Nein ich wollte ihn nicht gehen lassen. „Bitte Bill ich möchte nicht…“, stammelte ich und legte meinen Kopf an seine Schulter. Er strich mir über den Rücken und allmählich nahm mein gesamtes Gedächtnis wahr dass es wohl wirklich besser wäre Schluss damit zu machen. Er hatte Recht das wusste ich plötzlich und sagte es ihm auch. Er lächelte zwar aber ich wusste dass es ihm genauso schwer fiel wie mir. Langsam erhob ich mich und auch er stand auf. „Kommst du noch zum Flughafen?“, fragte er leise. Ich schüttelte den Kopf: „Ich glaub das ist keine so gute Idee!“ „Okay!“, sagte er und küsste mich dann noch mal. Ich wusste das es das letzte Mal gewesen war das wir uns küssten. „Ich werde an dich denken…“, flüsterte ich dann noch. „Ich auch an dich!“, antwortete er, drückte meine Hand ein letztes Mal und ging dann. Er ließ mich hier alleine zurück. Traurig sah ich ihm nach und setzte mich dann auch in Bewegung. Wie in Trance ging ich durch die Straßen und fand mich später an der kleinen Bucht wieder. Leise lächelnd ließ ich mich dort im Sand nieder, ließ an meinem inneren Auge die vergangen Tage vorbeiziehen. Sie waren die schönsten in meinem bisherigen Leben gewesen. Durch Bill wusste ich endlich was richtige Liebe war und ich wusste auch dass ich ihn niemals vergessen werde. Er hatte mir viel geholfen und ich hatte einen kleinen Schritt aus dem Gefängnis geschafft indem ich mich befand. Wenn ich mit der Schule fertig war würde ich auch den anderen Schritt wagen. Ich würde im Ausland studieren und anschließend Lehrerin werden. Ja ich würde das schaffen!

Als ich in den Himmel blickte flog über mir ein Flugzeug vorbei. Auch Bill würde vermutlich jetzt in einem Flugzeug sitzen. Ich warf dem Flugzeug einen Handkuss und wusste dass ich irgendwann Bill wieder sehen würde. Irgendwann würde ich wieder in seinen Armen liegen. Irgendwann!


Der Sommerwind wehte mir um die Ohren, ließ meinen Rock im Wind flattern. Das Meer rauschte und die Sonne ging allmählich unter. Verträumt ließ ich mich in den Sand fallen, sah den Wellen des Meeres zu und lauschte den wenigen Touristen die noch hier versammelt waren. Es war ein wenig wie im Paradies- jedenfalls für die Leute die hier Urlaub machten. Für mich war es hier aber wie in einem Gefängnis. Mallorca- das Urlaubsziel vieler Menschen und eine Partyinsel schlechthin. Nur für mich nicht… Ich lebte hier. Tag und Nacht verbrachte ich hier. Viele mögen denken das wäre ein Traum aber so ist es nicht- nicht für mich! Ich lebte nicht gerne hier. Das lag wohl daran da ich fast täglichen meinen Eltern helfen musste. Sie betrieben ein schönes Hotel und wollten dass ich es später leite. Nein das war aber nicht meine Welt. Ich wollte nicht Hotelbesitzerin werden sondern wollte die Welt erkunden. Raus aus dieser Insel und etwas erleben. Ich wollte studieren und dann Lehrerin werden. Ja das war mein Traum! Aber meine Eltern hielten nicht viel von meinem Traum, sie wollten dass ich das machte was sie machten und schon ganz viele andere davor. Hotelbesitzerin! Nein das wollte ich nicht- niemals! Leider schien mir dies aber nicht erspart zu bleiben und so genoss ich meinen heutigen Feierabend am Strand beim Sonnenuntergang. Momentan hatte ich Ferien und meine Eltern wollten natürlich dann gleich dass ich aushalf. Jeden Tag musste ich irgendetwas im Hotel machen. Es nervte mich jetzt schon! Dabei waren gerade mal zwei Ferientage vorbei… Gedankenversunken starrte ich die Wellen an, spürte die Meeresbrise in meinem Haar und wünschte mich an einen anderen Ort. Meinetwegen auch Alaska. Diese heißen Sommer hier brauchte ich nicht unbedingt deswegen wollte ich auch unbedingt im Ausland studieren. Gelächter wehte herüber und ich sah vier Jungs den Strand entlang gehen. Sie waren knapp zwanzig Meter von mir entfernt und wegen der untergehenden Sonne warfen sie lange Schatten. Lächelnd sah ich zu ihnen herüber….Denen schien es gut zu gehen. Sie mussten nicht tagtäglich Arbeit verrichten sondern hatten einfach ihren Spaß. Ob es Spanier waren? Oder doch eher Touristen? Ich zerbrach mir nicht weiter den Kopf darüber und ließ mich nun vollkommen in den Sand fallen. Mein Kopf war gut darin gebettet und ich schloss die Augen, konzentrierte mich voll und ganz auf das Rauschen des Meeres. Vermutlich wäre ich eingedöst wenn mich nicht auf einmal etwas Hartes und rundes am Kopf getroffen hätte. Erschrocken fuhr ich hoch und hielt mir die schmerzende Stirn. Man konnte man nicht einmal mehr hier seine Ruhe haben? Dort wo mein Kopf eben noch gelegen hatte, lag nun ein kleiner Fußball. Aha der Ball hatte mich also getroffen gehabt. Ich ließ meinen Blick über den Strand wandern und hielt Ausschau nach den Übeltätern! Da sah ich aber schon eine große, dünne Person auf mich zukommen. „Hey! Sorry…“, murmelte diese und ich erkannte die Stimme eines Kerls. Er kam noch näher und hob dann den Ball auf. Ich beobachtete ihn dabei. Schnell musste ich einsehen dass er wirklich nicht schlecht aussah. Groß, schwarze Haare die ihm bis knapp zu den Schultern gingen und braune Augen in denen man versinken konnte. Er bemerkte dass ich ihn beobachtete und sah schnell zu Boden. Seinen Blick spürte ich über meinen ganzen Körper laufen, er schien mich zu mustern…Oh man das löste eine ganz schöne Gänsehaut aus- im positiven Sinne. „Noch mal sorry…“, sagte er. Ich sah auf und lächelte sachte, das wurde von ihm ebenso erwidert. Im Hintergrund sah ich drei andere Personen näher kommen. Ach das waren bestimmt die von vorhin. Auch die begutachtete ich vorsichtig, da es inzwischen aber fast dunkel war und nur die Straßenlaternen Licht spendeten erkannte ich nur das einer von denen eine Cap trug, der andere längere Haare und der dritte Dreadlocks hatte. Hmm… irgendwie sahen die echt cool aus. Jeder sah so anders aus. Dieser Typ mit den schwarzen Haaren sah mich immer noch an. Öh wo war noch mal der Knopf zum Sprechen? In meinem Kopf ratterten die unmöglichsten Fragen und gerade als mir etwas einfiel was ich sagen konnte zupfte mir jemand am T-Shirt. Ich sah nach links, direkt in das Gesicht meines kleinen Bruders Pablo. „Graciana! ¿Usted viene? (Graciana kommst du?)“, fragte er. „Sí momento! (Ja moment!)“, flüsterte ich. Pablo nickte und blieb artig neben mir stehen. Auch ich erhob mich nun, lächelte noch einmal kurz und sagte dann zu den vieren: „Adiós! (Bye!)“ Dann folgte ich Pablo, nahm ihn an die Hand und spürte die Blicke in meinem Nacken als mir diese Jungs hinterher sahen.

„Graciana, el levantarse! (Graciana, aufstehen!)“ Jemand rüttelte an meiner Schulter und ich zog mir müde die Decke über den Kopf. Kurzes Lachen vernahm ich und dann wurde mir die Decke auch schon weggezogen. „¿éste qué mierdas? (Was soll die scheiße?)“, nölte ich und rieb mir verschlafen die Augen. Pablo stand lächelnd vor mir, in der einen Hand meine Decke und in der anderen Hand ein Glas zu trinken. „¡Para usted! (Für dich!)“, lächelte er und hielt mir das Glas entgegen. Dankend nahm ich an und trank einen Schluck. Es war Mineralwasser! Jeden Morgen nach dem Aufstehen trank ich ein Glas, erst danach war ich fit genug um mich fertig zu machen für den Tag. Ich wusste das heute wieder ein anstrengender Tag werden würde, es würden neue Gäste kommen was für mich wohl hieß Betten beziehen und die Gäste zu empfangen. Schon jetzt hatte ich keine Lust mehr und ich dachte wieder an meinen Traum. Irgendwann würde der sich schon erfüllen und ich würde irgendwo im Ausland studieren und Lehrerin werden. Aber na ja bis es soweit ist muss ich wohl dieses Leben leben. Immer noch etwas müde verlasse ich das Bett, strecke mich und fuhr mit der Hand über den Kopf meines Bruders. Ah Pablo war schon ein süßer Fratz. Mit seinen acht Jahren war er schon richtig aufgeweckt und stellte viel Unsinn an- dafür liebte ich ihn. „¡Le dirá esto de la mama que usted se apresurará un pedacito! (Soll dir von Mama sagen das du dich ein bisschen beeilen sollst!)“, lächelte Pablo, nahm mir mein Glas aus der Hand und tapste zur Tür. Kurz bevor er das Zimmer verließ rief ich ihm noch etwas hinterher: „Digo esto a su cantidad... inmediatamente. (Sag ihr das ich gleich komme.)“ Pablo nickte und verließ dann endgültig mein Zimmer. Ich seufzte und fuhr mir durch meine langen braunen Haare. Dann ging ich ins Bad und stellte mich erstmal unter die Dusche. Während das warme Wasser auf mich herab prasselte dachte ich wieder an diesen Typen von gestern. Er sah so gut aus und ich hatte ein richtiges Kribbeln im Bauch gehabt…Nannte man so etwas Liebe auf den ersten Blick? Richtig verliebt war ich noch nie- dafür fehlte mir die Zeit! Aber dieses Gefühl was ich fühlte wenn ich an diese braunen Augen dachte war mir vollkommen unbekannt dennoch war es ein gutes Gefühl. Lächelnd zog ich mir einen ausgefransten Jeansmini an und dazu ein schwarzes Top. Dann föhnte ich meine Haare und glättete sie ein wenig. Ich hatte immer ganz leichte Locken die immer erst super fielen wenn ich einmal mit dem Glätteisen drüber gegangen war. „Lolita Locken!“, sagte mein Vater immer. Na ich fand das nicht unbedingt… Meine Haare sahen eher ein bisschen aus wie die von Shakira- das behauptete jedenfalls meine beste Freundin Francisca. Nachdem ich mit meinen Haaren zufrieden war schminkte ich mich und schlüpfte dann in meine Flip Flops. Ich ging hinaus und die Treppe herunter. Im Wohnzimmer fand ich Pablo und meinen anderen Bruder Diego vor. Diego war knapp ein Jahr jünger als ich. „¡Buonas díaz! (Guten Morgen!)“, wünschte ich den beiden. Sie sahen vom Fernseher auf und lächelten mich nur kurz an. Ich ging in die Küche und fand niemanden vor. Nur ein gedeckter Tisch mit frischen Brötchen war vorzufinden. „¿Diego? ¿Van a la mama ya? (Diego? Ist Mama schon weg?)“, rief ich hinüber ins Wohnzimmer. „¡Sí! ¡Le diré esto que usted despejará la tabla y después que irá al hotel, si usted es listo! (Ja! Ich soll dir sagen, wenn du fertig bist, das du den Tisch abdecken sollst und dann ins Hotel gehen sollst!)“, bekam ich von ihm die Antwort. Ich stöhnte genervt auf, verdrehte die Augen und fing an zu Frühstücken. Das war typisch dass ich alles wieder erledigen musste! Das war immer so und würde wohl auch immer so bleiben. Nach dem Frühstück räumte ich den Tisch schnell ab, schnappte mir dann meine Tasche, drückte Pablo einen Kuss auf die Wange, verabschiedete mich von Diego und ging dann nach draußen. Die Sonne knallte mir entgegen und ich setzte meine Sonnenbrille auf. Bis zum Hotel waren es knapp zwei Kilometer. Die ging ich zu Fuß… Unterwegs dachte ich wieder an den Jungen von gestern- er ging mir nicht aus dem Kopf! Der Weg heute kam mir um einiges kürzer vor als sonst… Als ich das Hotel betrat lief ich Henriqua in die Arme. Sie war meist hinter der Rezeption zuständig und empfing die neuen Gäste! Auch dies gehörte mit zu meinen Aufgaben! „¡Buonas díaz! (Guten Morgen!)“, wünschte ich ihr. Henriqua lächelte: „¡Usted también! (Dir auch!)“ Ich ging weiter und machte mich auf den Weg zu meinen Eltern. Entweder liefen sie durch die Anlage oder saßen in ihren Büros. Nach einer halben Stunde wurde ich fündig und traf meinen Dad. Er unterhielt sich mit einem Gast. So wartete ich etwas abseits bis die beiden fertig waren und ging dann hinüber zu meinen Vater. „¡Ah querido de la buena mañana! (Ah guten Morgen Liebling!)“, sagte er und küsste mich auf die Stirn. „¡Papá de la buena mañana! (Guten Morgen Papa!)“, erwiderte ich und lächelte, „¿Qué hacer hoy? (Was soll ich heute machen?)“ Höflichkeit ging in unserer Familie vor so fragte ich auch immer lieb nach was anlag. Auch wenn es mir nicht passte das ich nicht so sein konnte wie ich wollte- anders war ich es nicht gewöhnt! „¡Usted sabe que sería querido al querido si usted ayudaría en la animación hoy! ¡Podríamos utilizar cada ayuda allí Adriano somos hoy enfermos! (Weißt du Schätzchen es wär lieb wenn du heute bei der Animation mithelfen würdest! Wir könnten heute jede Hilfe gebrauchen da Adriano krank ist!)“, lächelte mein Vater. Gehorsam nickte ich und brachte dann meine Tasche hinter die Rezeption, wo sie immer stand. Danach suchte ich Domingo auf. Er war neben Adriano ein weiterer Animateur und war derjenige der alle Aktionen plante. Am Pool fand ich ihn und sprach ihn darauf an was ich zu tun hatte. Domingo lächelte und freute sich über meine Hilfe. Dann erklärte er mir den heutigen Plan: „Wassergymnastique es oh anunciado hoy. ¡Usted debe hacer esto primero! Después de que este tiempo del niño de dos horas entonces esté en hacemos juegos con los niños... ¡Qué viene después de que entonces todavía le informe! (Oh heute ist Wassergymnastique angesagt. Das müsstest du als erstes machen! Danach ist dann zwei Stunden Kinderzeit in der wir Spiele mit den Kindern machen... Was danach kommt werde ich dir dann noch mitteilen!)“ Nickend machte ich mich dann ans Werk. Zog mir das grüne T-Shirt an welches jeder Animateur trug und dazu eine weite Männerbadehose. Sie sah an mir aus wie eine normale kurze Hose. Die hatte ich mir mal gekauft da ich schon öfters mal an der Animation beteiligt wurde. Schließlich ging ich zum Pool wo schon einige Leute drin herum planschten. Das Hotel von uns war kein Jugendhotel sondern ein 4 Sterne Hotel was auch dementsprechenden Luxus bietet. Die meisten Besucher waren über dreißig oder unter zehn. Nur selten waren auch mal Leute in meinem Alter dabei. Vor kurzem war ich sechzehn geworden…Aber na ja- die Arbeit stand an! So rief ich die Leute am Pool zusammen und los ging es mit der Wassergymnastique. Persönlich fand ich die schwachsinnig aber was tut man nicht alles um seine Eltern zufrieden zu stellen?

Erschöpft saß ich auf einem der zwei Stühle hinter der Rezeption. Eben hatte ich mich umgezogen und ein anstrengender Tag als Animateurin lag hinter mir. Henriqua kam hinzu, lächelte freundlich und sagte dann: „¡Usted entonces puede hacer parar tiempo Graciana! (Du kannst für heute Feierabend machen Graciana!)“ Nickend erhob ich mich und verabschiedete mich mit einem „¡Hasta mañana! (Bis morgen!)“ von ihr. Schnell verließ ich das Hotel und war froh als ich endlich wieder etwas Zeit für mich hatte. Es war gerade halb sieben und ich verspürte ein leichtes Knurren in meinem Magen. Lust auf daheim hatte ich aber noch nicht, so ging ich zu dem Kiosk der um die Ecke lag und holte mir eine Portion Pommes. Diese verschlang ich kurz und schon schlenderte ich weiter. Mein Ziel war mal wieder der Strand- wie jeden Tag nach Feierabend! Meine Flip Flops zog ich aus als ich am Meer spazieren ging und mal wieder meinen Gedanken nachhing. Ich blieb an der Stelle stehen an der ich gestern diese Jungs gesehen hatte. Vielleicht würde ich sie ja heute wieder sehen? Obwohl ich daran zweifelte. So ging ich weiter und ging nach dem Sonnenuntergang nach Hause um mit meiner Familie noch ein bisschen den Abend zu verbringen.

Der nächste Tag verlief nicht viel anders als der Letzte. Heute musste ich aber keine Animateurin sein sondern musste mit einer der Putzfrauen die Zimmer säubern. Man hatte ich eine Lust dazu… Aber auch hier blieb mir nichts anderes übrig und als mir meine Mum am Ende meiner Arbeit sagte das ich heute hervorragend war, war ich doch ziemlich stolz auf mich. Meine Mum entließ mich in den Feierabend, ich zog mich wieder um und schlenderte dann wieder zu dem Strand. Heute war mein Ziel der Steg an dem einige Boote im Wasser trieben. Ich ließ die Füße ins Wasser baumeln und dachte an den morgigen Tag! Morgen musste ich mal nicht arbeiten sondern hatte einen ganzen Tag frei. Vermutlich würde ich mich mit Francisca treffen aber das war auch noch nicht fest! Früher als sonst ging ich nach Hause und rief dann bei meiner lieben Freundin Francisca an. Ihre Mum nahm ab und als ich nach Francisca fragte musste ich nur kurz warten ehe ich sie an der Strippe hatte.

„¿Sí? (Ja?)“
„¡Hi Francisca! (Hi Francisca!)”, begrüßte ich sie.
„¡Oh Graciana! ¡Hey! ¿Cómo es usted? (Oh Graciana! Hey! Wie gehts dir?)”
„¿Bueno y usted tan? (Gut und dir so?)“
„¡Estoy claramente bien! Las vacaciones finalmente están... (Klar geht es mir gut! Schließlich sind Ferien…)“
Wir beide lachten kurz und quatschten dann über unsere Ferienerlebnisse. Auch erzählte ich ihr von diesen Jungs am Strand.
„¿este la mirada buena? (Sehen die gut aus?)“, erkundigte sie sich gleich was mich zum Lachen brachte. Francisca war immer sehr auf gutes Aussehen beim anderen Geschlecht bedacht.
„¡Sí ya! Desafortunadamente, he visto solamente uno correctamente de éstos y éste parecido maravilloso... (Ja schon! Ich hab leider nur einen von denen richtig gesehen aber der sah traumhaft aus…)” Ich seufzte und geriet richtig ins Schwärmen. Am anderen Ende lachte Francisca manchmal auf während ich ihr jedes kleine Detail beschrieb was mir an diesem Typen aufgefallen war.
„¿Puede que esto ser usted están en amor? (Kann es sein das du verliebt bist?)”, fragte sie als ich mit meiner Erzählung geendet hatte. Hmm… das hatte ich mich ja auch schon gefragt aber das wäre unmöglich. Außerdem würde ich den sowieso nie wieder sehen. Das sagte ich Francisca aber sie ließ nur ein „Sí sí, sí… (Ja, ja, ja…)“ vernehmen und lachte dann wieder los.
„¡Usted hace girar oh Francisca... (Ach Francisca! Du spinnst…)”, seufzte ich.
„¡Usted piensa si! Pero le conozco Graciana de todos modos. Usted está en amor... (Wenn du meinst! Aber ich kenne dich doch Graciana. Du bist verliebt…)“, fuhr Francisca fort und ich konnte mir das Grinsen was sie bestimmt momentan auf den Lippen hatte gut vorstellen.
„¡No tengo la época más leve para el amor! (Ich habe für Liebe gar keine Zeit!)“ Ja das war wirklich so. Woher sollte ich denn Zeit nehmen wenn meine Eltern mich in den Ferien immer voll einbuchten? Auch wenn ich wieder zur Schule musste, wusste ich dass ich weiter im Hotel helfen musste. Sie wollten mir halt schon mal einen Einblick in meinem späteren Beruf geben. Dass ich das gar nicht wollte verstanden sie natürlich nicht…
„¡Usted habla! todos tiene tiempo para el amor si él desea solamente. (Du laberst! Jeder hat Zeit für Liebe wenn er nur will.)“ Jetzt war Francisca diejenige die laut seufzte.
„Quizás. ¡Pero usted lo tiene de todos modos más simplemente! Sus padres no son como los míos... (Ja vielleicht. Aber du hast es eh einfacher…Deine Eltern sind nicht so wie meine!)”, verteidigte ich mich.
„¡Usted debe aprender simplemente ganar la aceptación! (Du musst einfach lernen dich durchzusetzen!)”, sagte meine Freundin, „¡el suyo le tenía para hacer lo que a usted hace la diversión y no esto qué sus padres desean! (Du musst das machen was dir Spaß macht und nicht das was deine Eltern wollen!)“
Ich wusste das Francisca recht hatte, aber ich wollte auch nicht meine Eltern enttäuschen! Sie hatten doch nur noch mich als Tochter… Ich dachte an Serafina! Sie war meine größere Schwester. Die Betonung liegt auf WAR denn sie war letztes Jahr bei einem Autounfall gestorben- mit gerade mal neunzehn Jahren! Vorher hatte sie all das gemacht was nun meine Aufgabe war, nur mit dem Unterschied das sie auch Hotelbesitzerin werden wollte. Ich vermisste sie… Sie war ein Grund dafür dass ich mich nicht bei meinen Eltern durchsetzte und ihnen sagte dass ich das Hotel nicht übernehmen wollte. Meine Eltern hatten Serafina geliebt und ich wusste dass es ihnen bestimmt lieber wär wenn ich an ihrer Stelle gestorben wäre. Es war nicht so als würden sie mich nicht lieben, aber sie wollten dann doch lieber eine Tochter haben die ehrgeizig war und Spaß an dem Job als Hotelbesitzer hatte. Tja damit war ich ja ausgeschlossen… Ich seufzte laut und dachte wieder an den Jungen vom Strand. Mein Herz fing jedes Mal an zu klopfen wenn ich sein Gesicht vor meinen Augen sah. War ich etwas doch verliebt? Hatte Francisca doch Recht? Ne das würde gar nicht gehen…Ich müsste ihn einfach vergessen da ich ihn sowieso nie wieder sehen würde!
„¿Usted dice que la rapidez... mide el tiempo mañana? (Sag mal…hast du morgen Zeit?)”, fragte ich um schnell vom Thema abzulenken.
„¿Mañana? (Morgen?)“
„Si. (Ja.)“
„¡Claro! ¿Qué deseamos hacer? (Klar! Was wollen wir machen?)“
„¡Ähm... no saber! ¿Usted tiene una idea? (Ähm…keine Ahnung! Hast du ne Idee?)“ Am anderen Ende war es kurz ruhig und ich wusste das Francisca am Überlegen war.
„¿Cómo sobre la playa? (Wie wärs mit dem Strand?)“
„¿Autorización... y cuando? (Okay…und wann?)“
„¡Le tomo! (Ich hol dich ab!)“
„Autorización. (Okay.)“
„¡Hasta mañana! (Bis morgen!)“
„¡Autorización! ¡Adiós! (Okay! Bye!)“
Ich legte auf und warf mich dann aufs Bett. Noch lange dachte ich über das Gespräch nach. Francisca hatte ja schon Recht wenn sie sagte ich sollte mich mal gegenüber meinen Eltern durchsetzen…aber ich hatte dafür einfach noch keinen Mut! Ich war doch die einzigste die ihnen noch unter die Arme griff- war doch der Ersatz für Serafina! Die Tränen die mir über die Wangen flossen bemerkte ich gar nicht richtig. Etwas fehlte in meinem Leben, nur wusste ich noch nicht was! Meine Mum rief nach mir: „¡Graciana! ¡Comida! (Graciana! Essen!)“ „Sí Mama... (Ja Mama…)“, antwortete ich ihr, wischte mir die Tränen weg und ging dann hinunter.

„¡Hola azucare! (Hallo Süße!)“ Francisca stand vor meiner Haustür, in der linken Hand ihre Strandtasche und in der anderen hielt sie ihr Handy. Sie umarmte mich und gab mir auf die Wangen jeweils einen Kuss. „¡Hi Francisca! (Hi Francisca!)“, murmelte ich, schnappte mir dann auch meine Strandtasche und ging hinaus. Laut quatschend liefen wir zum Strand und suchten uns dort ein schönes Plätzchen was gar nicht so einfach war da hier so viele Leute rumlagen. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menschenmassen im Sand und fanden dann nahe des Stegs an dem ich meist saß ein schönes Plätzchen. Schnell waren unsere Handtücher ausgebreitet und wir zogen uns unsere Klamotten aus, räkelten uns in unseren Bikinis in der Sonne. Meine Haut war schon komplett braun von der vielen Sonne in den letzten Wochen geworden aber ich genoss es doch immer in der Sonne. Meine Sonnenbrille war in meinem Haar während ich Francisca den Rücken mit Sonnencreme eincremte. Wir unterhielten uns laut über unsere bisherigen Ferien. Unsere anderen Freunde waren momentan alle im Urlaub und so langweilte sich Francisca den ganzen Tag. „¡Quisiera a veces intercambiar con usted! (Manchmal würde ich gerne mit dir tauschen!)“, seufzte sie. Ich lachte: „¡Piensa que es sinewy para mí! ¡No me tengo en el país no más de deseo de estar en el hotel que cada día... prefiera mucho para hacer delante de la televisión allí se sientan! (Glaub mir es ist nervig! Ich habe keine Lust mehr jeden Tag im Hotel zu sein...Da würde ich viel lieber daheim vor dem Fernseher sitzen!)“ „Quizás.... (Vielleicht…)“, lächelte sie und schloss die Augen. Ich blieb halb sitzen und ließ meinen Blick über den Strand wandern während ich mich mit Francisca über ein Lied von der spanischen Rockband Héroes del Silencio unterhielt. Diese Band existierte schon nicht mehr…Aber Francisca fuhr trotzdem voll auf die ab. Sie versucht immer noch an alle Alben zu kommen! Verrückt fand ich das. So verrückt das es wiederum auch lustig war! Francisca war eingefleischter Héroes del Silencio Fan, was ich bewundernd fand. Noch nie war ich Fan von etwas- egal ob von Musikbands, Sängern bzw. Sängerinnen oder Sportlern. Klar hörte auch ich gerne mal Musik oder unterstütze die spanischen Fußballer aber ich war noch in gar nichts so vernarrt das ich behaupten würde ich sei Fan. Keine Ahnung woran das lag… Während mich Francisca von der Seite immer noch mit dieser Band vollquatschte war mein Blick bereits an vier Kerlen hängen geblieben. Sie waren noch ziemlich weit weg von uns, liefen aber hierher und sie erinnerten mich so an jemanden. Ich kam nicht so schnell drauf an wen aber als diese Typen plötzlich ganz nah an uns vorbeigingen und dann auch noch am Wasser stehen blieben und ich sie genau betrachten konnte fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es waren diese Jungs die mir den Ball an den Kopf geworfen hatten. Ja das waren sie auf alle Fälle! Als ich den Jungen mit den schulterlangen, schwarzen Haaren sah machte mein Herz einen Hüpfer. Kaum zu glauben das ich sie wieder gefunden hatte. Was sollte ich jetzt machen? Sollte ich mal hinübergehen und etwas zu denen sagen? Nein lieber nicht…Bestimmt erinnerten sie sich nicht mal mehr an mich! Ich sah zu Francisca und sagte: „¡Estos muchachos están aquí Francisca! (Francisca die Jungs sind hier!)“ Meine Freundin öffnete die Augen, setzte sich auch etwas auf und schob die Sonnebrille nach oben. „¿Qué Muchachos? (Welche Jungs?)“, fragte sie. „Le he dicho a las historias de... (Von denen ich dir erzählt hab…)“, grinste ich. „¿Qué? ¿Dónde? (Was? Wo?)“, wollte sie gleich wissen. Vorsichtig deutete ich in die Richtung in der die vier Jungs standen. Francisca sah sie sich genauer an und grinste dann. „¡Usted tiene razón! Éstos no miran ese malo todos... (Hast Recht! Sehen gar nicht mal so schlecht aus…)“, meinte sie grinsend. „Digo sí. (Sag ich ja!)“, erwiderte ich und sah wieder hinüber. Oh man dieser eine Kerl hatte mir ganz schön den Kopf verdreht! Auch Francisca beobachtete die vier, sah dann zu mir und ihr Grinsen wurde noch breiter. „¿Qué? (Was?)“, fragte ich da ich dieses Grinsen nur zu gut kannte. „¡Vaya! (Geh hin!)“, befahl sie und berührte mich an der Schulter. „¡No! ¿Está usted loco? (Nein! Bist du verrückt?)“, fragte ich da ich mich das niemals getraut hätte. „Yo entonces apenas el ir de la. (Dann geh ich halt.)“, murmelte sie und erhob sich. „Francisca... ¡No satisfaga! (Francisca…Bitte nicht!)“, flehte ich. Genau wusste ich nicht warum ich das machte aber ich wollte einfach nicht das Francisca zu ihnen hinging. Francisca lächelte: „¡Deseo solamente ayudarle! (Ich will dir doch nur helfen!)“ „¿Cómo? (Wobei?)“, fragte ich. „El conocerse apenas de este tipo cerca. (Na diesen einen Typen kennen zu lernen.)“ Schnell schüttelte ich den Kopf. Was versuchte sie hier eigentlich? Dachte sie echt ich wäre in ihn verliebt? Anscheinend schon. Wiederum wusste ich auch nicht ob ich wirklich nichts von dem wollte. Wieder sah ich zu den vieren, wieder schlug mein Herz schneller. Dann sah ich hinauf zu Francisca die lächelnd zu mir herunterblickte. Sie war so ein Sturkopf…Ich konnte sie eh nicht davon abhalten! „¡Trabajo qué usted no puede dejar! (Tu was du nicht lassen kannst!)“, flüsterte ich schließlich. Franciscas Lächeln wurde breiter. „¡Autorización! (Okay!)“, meinte sie, schnappte sich aus ihrer Tasche einen kleinen Ball und ging damit hinunter zum Wasser wo die vier Jungs standen. Fragend sah ich ihr nach! Was wollte sie denn mit diesem Ball? Ich erfuhr es als sie plötzlich laut aufschrie und dann voll in die vier hineinlief und dabei ‛ganz ausversehen’ einen von den Jungs zu Boden riss. Das entlockte mir ein Lachen… Ich beobachtete sie weiter wie ihr der Typ mit den Dreadlocks aufhalf, er war auch derjenige gewesen den sie zu Boden geworfen hatte. Dann sagte sie etwas und lachte dann wieder. Sie blickte zu mir und rief: „¡Muchachos Alemanes! (Deutsche Jungs!)“ Auch sahen nun die vier Kerle zu mir herüber und ich konnte mich nicht mehr rechtzeitig verstecken. So sah ich zu den fünfen herüber und bemerkte sogar ein Lächeln in dem Gesicht des Jungens mit den schwarzen Haaren. Sofort machte mein Herz wieder einen Hüpfer. Francisca stand da herum und sah mich fragend an. „¡Venido aquí! ¡Tengo un problema! (Komm mal her! Ich habe ein Problem!)“, rief sie dann und ich erhob mich langsam. Schnell zog ich noch über meine Bikinihose meinen Strandrock und ging dann mit langsamen Schritten zu den fünfen herüber. Als ich näher kam verstand ich plötzlich Franciscas Problem und grinste. Klar sie hatte eben gerufen das es deutsche Jungs waren. Francisca aber konnte so gut wie gar kein Deutsch. So versuchte sie auf Englisch und mit Händen und Füßen mit den Jungs zu kommunizieren. Lächelnd kam ich hinzu und wurde prompt von dem Kerl mit den braunen Augen angequatscht. „Hi! Do you speak English? I am Bill. Nice to meet you. (Hi! Sprichst du Englisch? Ich heiße Bill. Schön dich kennen zu lernen!)”, sagte er und hielt mir die Hand hin. Lächelnd nahm ich sie und wir schüttelten uns die Hände. „Die Freude ist ganz meinerseits!“, meinte ich und mein Lächeln wurde noch breiter als ich sah wie überrascht Bill war. „Du sprichst Deutsch?“, fuhr er fort. „Ja…Das muss ich können!“ „Warum?“ „Meine Eltern besitzen ein Hotel und da helfe ich oft aus. Wir haben viele deutsche Gäste und so lerne ich viel Deutsch. Außerdem ist meine Mum zur Hälfte Deutsch und hat mir dies schon früh beigebracht!“, erzählte ich. Wissend nickte er. „Wie heißt du?“, fragte er. „Graciana!“, antwortete ich ihm, dann deutete ich auf Francisca die uns aufmerksam zugehört hatte, „Und das ist Francisca!“ Bill schüttelte auch ihr die Hand was ich ziemlich lustig fand da mir nicht viele Jugendliche über den Weg liefen die das machten! „Und ihr seid?“, fragte ich die anderen drei. Der mit den Dreadlocks lächelte und sagte: „Also ich bin Tom…Das ist Georg…“, er deutete auf den mit den längeren braunen Haaren, „…und das ist Gustav!“ Der mit der Cap hob freundlich die Hand. „¿Cuál es la materia? (Was ist los?)“, zischte mir Francisca zu. Gedanklich schlug ich mir vor die Stirn…Klar Francisca war diejenige die so gut wie gar kein Deutsch konnte. Das war bei mir wohl der Vorteil wegen dem Hotel… Lächelnd wand ich mich an sie und übersetzte ihr alles. Stellte ihr so die vier Jungs vor. „Ah…“, sagte sie dann und lächelte. „Seid ihr irgendwie Geschwister oder so?“, fragte ich die Jungs. Sie lachten kurz los und Georg klärte mich dann auf: „Ne wir sind nur Freunde…Na ja was heißt nur! Tom und Bill sind Zwillinge!“ „Zwillinge?“, fragte ich erstaunt und sah mir beide noch mal genauer an. Sie nickten und nun fielen mir auch ein, zwei Ähnlichkeiten auf. Aber ansonsten waren sie wie Himmel und Erde- vollkommen verschieden! Francisca stand neben mir und sah verwirrt drein, aus Mitleid übersetze ich ihr alles und wusste schon jetzt das ich bestimmt noch ein wenig die Übersetzerin spielen durfte…

„Wir müssen allmählich mal wieder los!“ Bill und die anderen Jungs erhoben sich, klopften sich den Sand vom Körper. „Okay…“, murmelte ich und zischte aus den Mundwinkeln Francisca die Übersetzung zu. Sie nickte und umarmte die vier dann. Ich tat es ihr gleich da sie mir wirklich sehr sympathisch waren. Den ganzen Nachmittag hatten wir uns unterhalten und ich erfuhr einiges über die Jungs. Sie wohnten in Deutschland, hatte ne Band die dort ziemlich erfolgreich war. Ich wusste den Namen ihres Hotels was für seinen Luxus bekannt war, wie lange sie noch in Mallorca waren, vier Tage, und auch so die allgemeinen Interessen. „Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder!“, murmelte Bill dann noch und sie setzten sich in Bewegung. Ich sah ihnen nach und träumte vor mich hin. Dieser Bill war einfach zu heiß! Noch ganz benebelt von seiner Anwesendheit ließ ich mich zurück fallen und sah in den Himmel wo gerade die Sonne von einer Wolke verdeckt wurde. Francisca sah aus den Augenwinkeln zu mir herunter und ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „¿Tiene uno qué le cogió absolutamente maravillosamente? (Man dich hats aber ganz schön erwischt was?)“, sagte sie. Ich gab ihr darauf keine Antwort aber innerlich wusste ich dass sie Recht hatte. Ich hatte mich tatsächlich in Bill verguckt. Dabei kannte ich ihn gerade mal drei Stunden. Wow das war auf alle Fälle Liebe auf den ersten Blick!

Am nächsten Morgen musste ich wieder früh aufstehen. Vorbei ist der Tag an dem ich machen konnte was ich wollte…Heute hieß es wieder aushelfen im Hotel. Als ich dort ankomme wird mir mitgeteilt dass ich heute an der Bar mithelfen durfte. Na was heißt durfte. Ich sollte! So leistete ich Camillo Gesellschaft. Er war so der Barkeeper und hatte mir schon des Öfteren so coole Moves beigebracht. Das war der einzigste Job den ich in diesem Hotel mochte. Mit Camillo hinter der Bar stehen. Mit Camillo kam ich eh super aus, er war immer so lustig drauf und riss einen Witz nach dem anderen. Das schätzte ich so an ihm! Auch heute unterhielten wir uns wieder blendend. Nebenbei bedienten wir die Gäste die sich was zu trinken holten. „¿Qué parece realmente con el amor? ¿Está usted en amor? (Wie sieht es eigentlich mit der Liebe aus? Bist du verliebt Kleine?)“, fragte er irgendwann. Kurz lachte ich auf da ich es immer noch nicht fassen konnte dass er mich noch immer Kleine nannte. Gut okay mit meinen 1,65m gehörte ich nicht zu einer der größten aber ich war auch nicht klein! So stupste ich ihm in die Rippen und gab ihm auf seine Frage keine Antwort. „¿Tan? (Also?)“, hakte er nach und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „¡Piense! (Glaub schon!)“, flüsterte ich nur zurück. „¿Le conozco? (Kenn ich ihn?)“ Camillos Lächeln wurde noch eine Spur breiter und ich musste plötzlich loslachen. Der Kerl war einfach zu neugierig. „¡No, usted no le conoce! (Nein du kennst ihn nicht!)“, sagte ich als ich mich wieder gefangen hatte. Er sagte „Hmm…“ und ich wusste das er darüber noch nachdachte. Ehe er mich weiter ausfragen konnte wechselte ich aber das Thema und wir unterhielten uns über Urlaub. Ja das wünschte ich mir auch- Urlaub! Am besten mit Bill… Oh man war ich vernarrt in den Kerl!

„Deje una rotura hacernos okly... (Okay lass uns mal Pause machen…)“ Camillo bediente noch einen Gast und ging dann zur Seite. Mateo und Brigitte würde nun für uns einspringen. Ich setzte mich auf den Tresen wo momentan kein Gast saß und as eine Zitrone. Diese saueren Dinger liebte ich einfach womit ich immer auf Missverständnisse gegenüber anderen kam. Da ich nie eine Miene dabei verzog wenn ich diese saure Frucht as wurde ich bei so etwas immer komisch beobachtet. Camillo sah das als normal an und futterte eine Orange nach der anderen. Nebenbei unterhielten wir uns weiter über all möglichen Kram. „¿Qué él parece entonces? (Wie sieht er denn aus?)“, fragte Camillo plötzlich. „¿Quién? (Wer?)“, fragte ich ganz scheinheilig obwohl ich mir schon dachte wen Camillo meinte. „¡usted es en amor el individuo en! (Na der Kerl in den du verliebt bist!)“, zwinkerte er. Ich grinste und erzählte dann von Bills Aussehen. Vollkommen verrückt war das irgendwie aber ich musste Camillo dennoch jedes Detail genau beschreiben. Gerade war ich dabei Camillo von Bills Arsch zu erzählen als mich von hinten jemand antickte. Ich drehte mich noch mitten im Gespräch vertieft um und viel beinahe vom Tresen. Camillo konnte mich noch gerade so festhalten und lachte dann los. Vor mir stand Bill und grinste mich so unheimlich süß an das ich mein Herz schon wieder um einige Schläge schneller schlagen spürte. „Hey Graciana! Sorry wollte dich nicht erschrecken!“, sagte er. „Bill was machst du denn hier?“, fragte ich und rutschte vom Tresen runter. Aus den Augenwinkeln sah ich Camillo grinsen. Na dass dies DER Bill war hatte er mit Sicherheit verstanden schließlich konnte auch er Deutsch sprechen. „¡Le dejo solo! (Ich lass euch dann mal alleine!)“, flüsterte er mir ins Ohr, zwinkerte und ging dann auf die andere Seite des Tresens. Kurz sah ich ihm nach und wand mich dann fragend an Bill. „Ja also ich wollte dich eigentlich abholen!“, sagte er gleich. „Abholen? Warum? Ich kann hier nicht weg…“, stammelte ich und mein Herz drohte gleich zu zerspringen. „Joa also wir haben uns für heute was Schönes überlegt und haben Francisca auch schon dabei. Die hat uns dann hierher gebracht!“ „Wo habt ihr denn Francisca getroffen?“ „Am Strand… So jetzt komm schon! Wir wollen los!“, drängelte Bill. „Ich kann hier nicht weg! Ich muss hier arbeiten… wenn meine Eltern das mitbekommen!“, erklärte ich. „Och komm schon… Heißt es nicht immer der Gast ist König?“, grinste er. „Wenn dann heißt ist der Kunde ist König! Und wenn schon du bist ja noch nicht mal Gast in diesem Hotel!“ Meine Lippen umspielte ein Lächeln, das war doch mal vollkommen verrückt. „Vielleicht nicht Gast in diesem Hotel aber auf dieser Insel!“ Bills Grinsen wurde noch breiter. Mensch hatte der Junge Argumente rausgesucht! Da konnte ich ja gar nicht widerstehen, erst recht nicht bei diesem Grinsen! Ich warf Camillo einen Blick zu, dieser unterhielt sich grad mit Brigitte. „Los komm schon Graciana! Nur zwei Stunden…Deine Eltern werden bestimmt nichts mitbekommen!“, überredete Bill weiter. Man dieses Angebot war so verlockend und ich wollte doch auch etwas mit ihm machen. Aber nein meine Eltern. „Das geht nicht Bill! Das geht einfach nicht…“ „Warum nicht? Los komm, es wird gar nicht auffallen. Und wenn sie nachfragen wo du warst dann sagst du, du hast einem Gast die Umgebung gezeigt!“, zwinkernd lächelte er. „Außerdem ist Francisca ohne dich aufgeschmissen!“, setzte er hinzu und lachte. Auch ich lachte nun und warf all meine bedenken über den Haufen. „Okay ich komme mit!“, sagte ich, kletterte über den Tresen und sagte Camillo noch bescheid das ich nun gehen würde und mich um einen ‛Gast’ kümmern müsste. „Sí pero.... (Ja aber…)“, sagte er noch doch ich legte einfach meinen Zeigefinger auf meine Lippen und machte „Pssst…“. Er verstand und reckte nun die Daumen. Dankend lächelnd drehte ich mich zu Bill um. „Dann lass uns mal los!“, murmelte ich. „Jops!“, sagte er und legte mir einen Arm um meine Schulter. Oh man dieser Typ machte mich ganz verrückt! Wir gingen schnell nach draußen damit auch wirklich niemand mitbekam dass ich einfach so ging. Innerlich stellte ich mich schon mal darauf ein lebenslang Hausarrest zu bekommen wenn meine Eltern mich erwischen würden. Aber wir kamen unbeobachtet nach draußen wo auch schon die anderen standen und sich an die Mauer des Nachbarhotels lehnten. „Hey!“, sagte ich, umarmte die Jungs und gab Francisca auf die Wangen jeweils ein Küsschen. „Lasst uns los!“, sagte Gustav und ging voran. Obwohl ich immer noch nicht wusste wo es hinging folgte ich ihm und den anderen.

Bald kamen wir am Strand an und liefen zum Anlegesteg. „Wir haben ein Boot gemietet!“, teilte Bill mir dann mit. „Ihr habt was?“, fragte ich noch mal nach da ich dachte ich hätte mich verhört. „Ein Boot gemietet!“, wiederholte er und grinste. „Francisca! ¿Usted ha sabido sobre él? (Francisca! Hast du davon gewusst?)”, rief ich nach vorne wo Francisca neben Tom ging und sich krampfhaft mit ihm in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch unterhielt. Grinsend drehte sie sich um: „¡Mi idea! (War meine Idee)“ Sie zwinkerte und wand sich dann wieder Tom zu. „Was hast du zu ihr gesagt?“, fragte Bill neben mir. „Ach nur ob sie davon wusste… Es war also ihre Idee?“, grinste ich. Bill nickte: „Schon irgendwie. Also wir hatten sie ja am Strand getroffen und dann hatten wir überlegt was wir machen konnten und ihr ist das dann eingefallen!“ Ich lächelte ihm zu und lief dann den Steg entlang. Georg und Gustav waren bereits auf das Boot gesprungen und auch Tom gesellte sich nun dazu. Ich sah es mir erstmal genau an. Es war ziemlich groß und wir würden gut Platz haben. Ein klein wenig erinnerte es mich an so eine kleine Yacht… „Los komm lass uns auch aufs Boot!“, riss mich Bill aus seinen Gedanken. Nickend folgte ich ihm und machte es mir dann auf einem Sitz bequem. „Hoffentlich habt ihr das schon mal gemacht…“, murmelte ich Georg zu der sich gerade am Ruder zu schaffen machte. „Ähm… na wir werden das schon schaffen!“, antwortete er und lächelte. Ich stöhnte leise auf. Bei meinem Glück würden wir vermutlich noch kentern…

Doch es lief alles glatt. Nach anderthalb Stunden kamen wir heile und trocken am Steg wieder an. Schnell sprang ich von dem Boot herunter und wartete auf die anderen. „Was machen wir jetzt noch?“, fragte Tom und ich übersetzte Francisca schnell die Frage. „Keine Ahnung!“, meinte Gustav und auch die anderen, einschließlich Francisca, zuckten mit den Schultern. „Also ich muss zurück zum Hotel!“, sagte ich. „Ach so…Ja stimmt!“, meinte Bill und ich nickte. „Also lasst euch nicht aufhalten!“, nuschelte ich und umarmte dann alle nacheinander. „Ich bring dich noch zurück!“, bot Bill mir an. „Quatsch das brauchst nicht!“, erwiderte ich. „Möchte ich aber!“, grinste er und ging dann schon mal voraus. „Okay!“, gab ich nach, winkte den anderen noch mal kurz zu und holte Bill dann schnell ein. Auf den Weg ins Hotel redeten wir ne ganze Weile und unsere Schultern und Arme berührten sich immer mal wieder. Das löste bei mir jedes Mal eine totale Gänsehaut aus. Als wir am Hotel ankamen umarmte ich Bill und verabschiedete mich von ihm. Gerade als ich hinein gehen wollte hielt er mich aber noch mal fest und fragte: „Sag mal hast du irgendwie morgen Abend schon was vor? Wir könnten ja was zusammen machen wenn du magst!“ Er lächelte und ich nickte. „Gerne! Ich hol dich ab ja? Wie heißt euer Hotel noch mal?“, stimmte ich zu und alleine wenn ich an morgen Abend dachte pulsierte mein Herz. „Es heißt Santa! Weißt wo das ist?“ „Klar…Ich wohne doch hier!“ Er lächelte und schließlich verabschiedeten wir uns ganz voneinander. Ich lief schnell hinein und zur Bar hinüber. Camillo erblickte mich und grinste breit. „¿Y cuál era como él? (Und wie wars?)“, fragte er und sein Grinsen wurde noch ein bisschen breiter. Ich gesellte mich neben ihn hinter die Bar und hatte ein verträumtes Lächeln im Gesicht. „¡Era fabuloso! (Es war toll!)“, hauchte ich und widmete mich dann wieder meiner Arbeit.

Meine Eltern hatten nichts von meinem kleinen Ausflug bemerkt. Camillo hatte erzählt das sie die ganze Zeit oben im Büro waren und Papierkram erledigt hatten. Er versprach mir dass er auch nichts sagen würde und so konnte ich mich voll und ganz auf den gemeinsamen Abend mit Bill freuen der heute anlag. Schon den ganzen Tag über war meine Laune die beste und ich pfiff immer wieder während ich durch das Hotel lief und hier und da half. Ich bat meine Eltern auch heute dass ich früher gehen durfte und sie ließen mich auch zwei Stunden früher als sonst Schluss machen da sie der Meinung waren ich hätte heute schon einiges gemacht. So hopste ich nach Hause und stellte mich unter die Dusche- richtete mich für den Abend her. Dann rief ich noch kurz bei Francisca an und erzählte ihr von der Verabredung. Sie freute sich mit mir und wünschte mir viel Spaß. Den würde ich bestimmt haben… Gegen sieben Uhr abends lief ich hinüber zum Hotel Santa indem die Jungs hausten. Ich musste sogar gar nicht an der Rezeption nach Bills Zimmernummer fragen denn er stand bereits vor dem Hotel. Ich umarmte ihn lange und spürte mein Herz bis zum Hals schlagen als er mir einen Kuss auf die Wange gab. „Und was machen wir jetzt?“, fragte er dann lächelnd. „Ich möchte dir was zeigen!“, flüsterte ich und zog ihn an der Hand hinter mir her. Wir liehen uns an einem Verleih jeweils diese elektrischen Cityroller aus und fuhren dann eine Weile hinaus aus dem Ort. Bill fragte immer mal wieder wo ich mit ihm hinwollte, doch ich antwortete ihm da nie drauf da es eine Überraschung werden sollte. Bald kamen wir an und stiegen von den Rollern ab. Wir liefen über Felsen rüber und fanden uns dann am Meer in einer kleinen Bucht wieder. Hier kam ich öfters her wenn ich meine Ruhe haben wollte. Niemand außer mir kannte diesen Ort und soweit ich wusste war auch noch nie jemand hier gewesen. Er war ja auch gut versteckt, hinter großen Felsen und Sanddünen. Bill staunte wirklich nicht schlecht als ich ihn über diesen Fleckchen Erde aufklärte. Wir setzten uns in den Sand und sahen uns das Meer an. Als der Sonnenuntergang begann legte Bill einen Arm um mich und zog mich näher zu sich. Das Blut in meinen Adern rauschte und mein Herz war kurz vorm zerspringen. Ich hatte Angst Bill würde es hören und warf ihm so immer wieder Seitenblicke zu. Aber er blieb ruhig und sah sich den Sonnenuntergang an. „Weißt du Graciana es ist toll hier mit dir zu sitzen.“, flüsterte er und ich nickte leicht. Ui das hörte sich so toll an. Ich spürte seinen Atem in meinen Haaren und wusste dass er mich gerade ansah. Wieder bekam ich eine Gänsehaut und sah zu ihm auf. In seine Augen, seine schönen Augen. Man spürte förmlich das Knistern zwischen uns und ich konnte nicht anders als ihn zu küssen. Zuerst war er überrascht und zuckte kurz zusammen aber dann genossen wir beide es und ließen nicht so schnell voneinander ab. Wir sanken nun vollkommen in den Sand und ich spürte seine Hand unter mein Top gehen. Erneut durchzuckte eine Gänsehaut meinen Körper und das Verlangen nach ihm wurde noch größer. Ich spürte wie das Meer unsere Füße umspielte während wir uns gegenseitig auszogen. Bei Bill vergas ich alles um mich herum…

Bill strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste mich noch mal kurz. „Bis dann!“, lächelte er und ging davon. Soeben hatte er mich nach Hause gebracht. Es war bereits nach Mitternacht und ich musste nun ganz leise sein damit ich meine Eltern nicht wecken würde. Die würden bestimmt wissen wollen wo ich so lange geblieben bin und die Wahrheit konnte ich ihnen ja wohl nicht erzählen. So schloss ich leise die Tür auf, zog meine Schuhe vor der Haustür aus und tapste barfuss nach oben in mein Zimmer. Ich hatte Glück und mich hörte niemand. Als ich meine Zimmertür vollkommen zugemacht hatte machte ich das Licht an. Ich ging hinüber zum Fenster und sah hinaus, von hier aus konnte man das Meer sehen. Wieder dachte ich an die vergangen Stunden die bisher die schönsten waren die ich jemals erlebt hatte. Niemals hätte ich gedacht das ich so schnell mit einem Jungen schlief- aber bei Bill war irgendwie alles anders! Er hatte mir so sehr den Kopf verdreht… Ich machte mich fürs Bett fertig und dachte noch lange an ihn! Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief ich dann aber sehr viel später endlich ein.

Die beiden nächsten Tage verbrachte ich abends sehr viel Zeit mit Bill. Ich empfand so viel für ihn und wusste dass auch er einiges für mich empfand. Meist saßen wir in der kleinen Bucht oder saßen bei ihm im Hotelzimmer. Die anderen wussten natürlich schon längst von mir und Bill bescheid und Francisca hatte ich sogar die gesamte Story erzählt! Sie war ziemlich erstaunt darüber dass ich so etwas machte aber freute sich auch gleichzeitig für mich. Ja Bill gab mir Liebe die ich noch nie erlebt hatte und er half mir viel endlich aus mir herauszukommen. Er hatte mich einfach verändert… So fasste ich auch den Entschluss meinen Eltern zu sagen dass ich das Hotel später nicht übernehmen würde. Bill wusste inzwischen auch die ganze Geschichte darüber und wünschte mir viel Glück als ich am Tag an dem die Jungs abreisen würden zu meinen Eltern nach oben ins Büro ging. Sie waren zuerst ziemlich verwundert darüber das ich kam und ihnen sagte das ich bereits mit der Arbeit fertig sei aber als ich meinte ich müsste dringend mit ihnen reden nahmen sie auf ihren Stühlen Platz und auch ich ließ mich nieder. „Por lo tanto…¿Cuál es la materia? (Also…was ist los?)“, fragte meine Mum und ich begann leise mit meiner Ansprache. Ich erzählte ihnen dass ich noch nie den Wunsch verspürt hatte das Hotel zu übernehmen und dass meine Interessen sowieso ganz woanders lagen. Ich erzählte ihnen dass ich Lehrerin werden wollte und im Ausland studieren möchte! All das was sich in mir angestaut hatte ließ ich nun raus. Sagte alles was ich dachte, auch Serafina ließ ich nicht daraus. „Sé que preferiste este esto que ella está aquí en mi lugar ahora Pero ahora no está tan. ¡Ella es tú debe mortal esto entender gradualmente! Has hecho solamente que crees esto que podría conducir el hotel en su lugar más adelante pero sé exactamente esto sabes esto no puedo hacer esto…(Ich weiß das ihr lieber wolltet das sie nun hier an meiner Stelle ist. Aber es ist nun mal nicht so. Sie ist tot das müsst ihr allmählich verstehen! Ihr habt euch doch nur eingeredet das ich an ihrer Stelle das Hotel später leiten könnte aber ich weiß genau das ihr wisst das ich das nicht kann...)“, sagte ich und spürte eine Träne in meinem Gesicht. Dann verstummte ich und sah wie meine Eltern einen Blick austauschten ehe mein Vater dann begann mit mir zu sprechen: „¡Oh Graciana! ¡Tienes razón! ¡Sabemos que este Serafina habría sido la opción mejor si con tu intercambiarte que estaba sobre el hotel pero no debes pensar que deseamos eso! ¡Estamos alegres que te tenemos! Sin ti, estaríamos a veces algo en un arreglo. ¡Realmente debemos agradecerte! (Ach Graciana! Du hast ja Recht! Wir wissen das Serafina die bessere Wahl gewesen wäre wenn es ums Hotel ging aber du darfst nicht denken dass wir wollten dass du mit ihr tauscht! Wir sind froh dass wir dich haben! Ohne dich wären wir manchmal ziemlich aufgeschmissen. Wir müssen uns wirklich bei dir bedanken!)“ Er brachte ein Lächeln zustande was ich erwiderte. Hieß das eben also dass sie mich verstanden? Das es okay war wenn ich das Hotel nicht übernahm? Ich fragte nach und meine Eltern nickten. Vor Glück liefen mir nun wirklich die Tränen die Wangen hinunter und ich umarmte die beiden stürmisch, bedankte mich tausend Mal bei ihnen! „¿Y deseas hacer profesor realmente? (Und du willst wirklich Lehrerin werden?)“, fragte meine Mum. „¡Sí, éste es mi trabajo ideal! (Ja das ist mein Traumberuf!)“, nickte ich lächelnd. „¡Autorización! ¡No estamos parados de tu manera más! (Okay! Wir stehen dir nicht mehr im Weg!)“, murmelte mein Vater. Ich umarmte die beiden nochmals und ging dann nach draußen. Das was eben passiert war konnte ich noch gar nicht so richtig glauben… ich durfte das machen was mir gefiel! Wow Wahnsinn! Ich musste es sofort Bill erzählen. Schnell sah ich auf die Uhr meines Handys und stellte mit erschrecken fest das sie in knapp einer Stunde fahren würde. Ich sprintete zu ihrem Hotel und traf auf Tom an der gerade mit Gustav und einem kleinen Lederball Fußball spielte. „Hey Graciana!“, sagte die beiden. Ich sprang über den Ball hinweg der gerade herumkullerte, rief ihnen ein kurzes „Hi!“ herüber und betrat dann das Hotel. Ich lief die Treppen hinauf und klopfte bei Bill an die Zimmertür. Doch mir öffnete niemand… Ich versuchte es noch mal doch wieder blieb die Tür zu. Schnell ging ich wieder hinunter und sah Bill die Eingangshalle durchqueren. Anscheinend war er gerade auf den Weg zu den Fahrstühlen. „Bill!“, rief ich und lief dann auf ihn zu. Er blieb stehen und drehte sich um. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus als ich ihm in die Arme sprang. „Sie haben es akzeptiert!“, flüsterte ich ihm immer wieder ins Ohr. Als ich dann endlich von ihm abließ lächelte Bill und sagte: „Das ist gut! Das ist wirklich gut…“ „Ja find ich auch…“, murmelte ich und sah zu Boden. Irgendetwas war anders als die vergangen Tage. „Graciana…Können wir mal reden?“, fragte Bill dann. Ich sah wieder auf und nickte. Bill ging voran und ich wusste dass er auf den Weg zum Strand war. Schweigend gingen wir nebeneinander her bis wir den Steg erreicht hatten und uns hinsetzen. Meine Füße baumelten im Wasser und Angst stieg in mir auf. Was wollte er mir sagen? „Wie soll das weitergehen?“, flüsterte er dann. „Was meinst du?“, fragte ich. „Na das mit uns! Du bist mir so ans Herz gewachsen und inzwischen denke ich Tag und Nacht an dich…Wie soll das werden wenn ich wieder in Deutschland bin?“ Bill sprach leise sodass ich mich immer wieder ein bisschen zu ihm herüberlehnen musste um es zu verstehen was er sagte. „Ich weiß es nicht! Ich weiß auch nur das ich mich wohl hoffnungslos in dich verliebt habe.“, nuschelte ich dem Wasser zu. Er nahm meine Hand und drückte sie. „Vielleicht hätten wir es niemals so weit kommen lassen dürfen!“, murmelte er. „Nein das darfst du nicht sagen…“, erwiderte ich und bemerkte wieder Tränen in meinen Augen. Meine Hand drückte seine Hand, ich wollte ihn nicht gehen lassen. „Lass es uns lieber beenden!“, fuhr er fort. Nun sah ich ihn wieder an, sah auch eine Träne in seinen Augen glitzern. „Glaubst du dass ich dich so einfach vergessen kann?“, fragte ich. „Du sollst mich doch nicht vergessen. Behalte mich einfach in deinen Erinnerungen. Es geht doch sowieso nicht. Du lebst hier und ich lebe in Deutschland Glaub mir es ist besser so… Eine Fernbeziehung würde auch nicht klappen, daran würden wir kaputt gehen!“ Bill sagte das alles so selbstverständlich das es in meinem Herzen schmerzte. Ich sträubte mich dagegen das zu akzeptieren aber dennoch sagte eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf dass dies das Beste wäre. Nein das durfte aber nicht sein! Die Tränen rannen mir nun die Wange hinab und ließen sich nicht aufhalten. Bill strich sie mir aus dem Gesicht und küsste mich noch mal. Nein ich wollte ihn nicht gehen lassen. „Bitte Bill ich möchte nicht…“, stammelte ich und legte meinen Kopf an seine Schulter. Er strich mir über den Rücken und allmählich nahm mein gesamtes Gedächtnis wahr dass es wohl wirklich besser wäre Schluss damit zu machen. Er hatte Recht das wusste ich plötzlich und sagte es ihm auch. Er lächelte zwar aber ich wusste dass es ihm genauso schwer fiel wie mir. Langsam erhob ich mich und auch er stand auf. „Kommst du noch zum Flughafen?“, fragte er leise. Ich schüttelte den Kopf: „Ich glaub das ist keine so gute Idee!“ „Okay!“, sagte er und küsste mich dann noch mal. Ich wusste das es das letzte Mal gewesen war das wir uns küssten. „Ich werde an dich denken…“, flüsterte ich dann noch. „Ich auch an dich!“, antwortete er, drückte meine Hand ein letztes Mal und ging dann. Er ließ mich hier alleine zurück. Traurig sah ich ihm nach und setzte mich dann auch in Bewegung. Wie in Trance ging ich durch die Straßen und fand mich später an der kleinen Bucht wieder. Leise lächelnd ließ ich mich dort im Sand nieder, ließ an meinem inneren Auge die vergangen Tage vorbeiziehen. Sie waren die schönsten in meinem bisherigen Leben gewesen. Durch Bill wusste ich endlich was richtige Liebe war und ich wusste auch dass ich ihn niemals vergessen werde. Er hatte mir viel geholfen und ich hatte einen kleinen Schritt aus dem Gefängnis geschafft indem ich mich befand. Wenn ich mit der Schule fertig war würde ich auch den anderen Schritt wagen. Ich würde im Ausland studieren und anschließend Lehrerin werden. Ja ich würde das schaffen!

Als ich in den Himmel blickte flog über mir ein Flugzeug vorbei. Auch Bill würde vermutlich jetzt in einem Flugzeug sitzen. Ich warf dem Flugzeug einen Handkuss und wusste dass ich irgendwann Bill wieder sehen würde. Irgendwann würde ich wieder in seinen Armen liegen. Irgendwann!

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